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Normalgewicht

Lieber dicke Beine als Diabetes

09.08.2017  09:45 Uhr

Von Annette Mende / Wer normalgewichtig ist, braucht sich um sein Herz-Kreislauf-Risiko in der Regel weniger Sorgen zu machen als Übergewichtige. Das gilt jedoch nicht immer, denn bei etwa 20 Prozent der Normalgewichtigen ist trotz schlankem Äußeren der Stoffwechsel massiv gestört.

 

Sie haben laut einer Mitteilung des Deutschen Instituts für Diabetesforschung (DZD) in ­Tübingen ein mehr als dreifach erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Tod als metabolisch Gesunde. Selbst im Vergleich mit stoffwechselgesunden Übergewichtigen fällt ihr ­Risiko höher aus.

 

Diese Menschen lassen sich daran erkennen, dass sie besonders schlanke Beine haben, wie ein Team um Professor Dr. Norbert Stefan von der Universität Tübingen und vom DZD in »Cell ­Metabolism« berichtet (DOI: 10.1016/j.cmet.2017.07.008). Die Wissenschaftler hatten bei 981 normalgewichtigen Probanden untersucht, welche phänotypischen Merkmale mit einem gestörten Stoffwechsel einhergehen. Es zeigte sich, dass Teilnehmer, die wenig Fett an den Beinen speicherten, häufiger Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung oder Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes aufwiesen. Das Aussehen der Betroffenen ähnelte dem vom Patienten mit Lipodystrophie. »Hüftgold hält Schlanke gesund«, fasst Stefan das Ergebnis zusammen. /

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