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Prostatakrebs

Kampagne für mehr Offenheit

10.08.2016  09:04 Uhr

Von Brigitte M. Gensthaler, München / Männer reden nicht gerne über Krankheiten – schon gar nicht, wenn es um urologische Probleme geht. Wie eine internationale Befragung zeigte, haben nahezu alle Männer mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom körperliche Beschwerden, aber immerhin die Hälfte versucht, diese zu ignorieren.

 

»Sogar auf Nachfrage des Arztes verneinen viele Patienten Schmerzen, obwohl sie sich selbst mit Analgetika versorgen«, berichtete Professor Dr. Martin Schostak vom Uniklinikum Magdeburg bei einer Pressekonferenz von Bayer in München. Das Zugeben von Schmerzen oder anderen Beschwerden könne aber eine Chance sein, da der Arzt dann früher intervenieren könne.

 

Fast 1000 Männer befragt

 

Die Umfrage ist eine Initiative der Internationalen Prostatakrebs-Koalition (IPCC), die acht internationale Patientenvertretungen 2015 gründeten. Die IPCC beauftragte mit Unterstützung von Bayer die weltgrößte Patientenbefragung zu Prostatakrebs-Symptomen.

Insgesamt wurden in elf Ländern 927 Männer, die durchschnittlich fünf Jahre an Prostatakrebs erkrankt waren, und 400 Angehörige befragt. Bei 63 Prozent der Patienten lagen bereits Knochenmetastasen vor. Nahezu alle diese Patienten litten an mindestens einem Symptom, die meisten an Müdig­keit (87 Prozent), Schmerzen an spezifischen Körperstellen (82 Prozent) und allgemeinen körperlichen Schmerzen (73 Prozent). Viele hatten bereits Schmerzen, bevor die Komplikation festgestellt wurde; bei 40 Prozent vergingen bis zur Diagnose mindestens sieben Monate.

 

»Wir müssen die Männer motivieren, von sich aus über ihre Beschwerden zu sprechen«, sagte Schostak. Denn laut Umfrage wäre mehr als die Hälfte bereit, über Beschwerden zu reden, wenn sich dies günstig auf die Lebens­qualität, die Lebenszeit und die Schmerzen auswirken würde. Bayer will mit seiner Kampagne »Männer. Reden.Jetzt.« für mehr Information und Aufklärung sorgen (www.maennerredenjetzt.de). Botschafter ist der ehemalige Hochspringer Carlo Thränhardt. »Es geht nicht darum, immer cool zu sein. Ich möchte Männer mit Prostatakrebs dazu bewegen, über ihre Symptome zu sprechen«, sagte der Sportler. /

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