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Schlafapnoe erhöht Mortalität

04.08.2008
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Schlafapnoe erhöht Mortalität

Von Christina Hohmann

 

Menschen mit schweren Formen der Schlafapnoe (Atemstillstände im Schlaf) haben ein dreifach höheres Sterberisiko als Menschen ohne Schlafstörungen.

 

Dies ergab die Studie »Wisconsin Sleep Cohort«, für die Wissenschaftler der US-Gesundheitsbehörden (NIH) insgesamt 1522 Männer und Frauen zwischen 30 und 60 Jahren für durchschnittlich 13,8 Jahre untersuchten und beobachteten. Zu Beginn der Studie wurden alle Teilnehmer mit einem Standardtest über Nacht auf Schlafstörungen untersucht. Je nach Ausmaß der Schlafstörung wurden die Probanden in verschiedene Kategorien eingeteilt. In der Nachbeobachtungszeit zeigte sich, dass Teilnehmer mit schwerer Schlafapnoe ein dreifach höheres Risiko hatten, im Studienzeitraum zu sterben, als Teilnehmer ohne Schlafstörungen. Unbehandelte Schlafapnoe-Patienten hatten sogar eine viermal höhere Gesamtmortalität und ein fünfmal höheres Risiko, an kardiovaskulären Erkrankungen zu sterben, berichten die Forscher in der Augustausgabe des Fachjournals »Sleep« (Band 31, Seiten 1071 bis 1078).

 

Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Behandlung der Schlafstörungen präventiv wirken könnten vor allem in Bezug auf kardiovaskuläre Erkrankungen. Weitere Studien seien nötig, um zu untersuchen, inwiefern eine Therapie die Mortalität senken und die Lebensqualität verbessern kann. Aufgrund der gesundheitlichen Folgen der Schlafapnoe sei es dringend geboten, die Erkrankung stärker zu beachten und sie frühzeitig zu erkennen, schreiben die Autoren.

 

Schlafapnoe ist relativ häufig: Zwischen 2 und 4 Prozent der Bevölkerung im mittleren Lebensalter leiden an einer behandlungsbedürftigen Form. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin geht von 800.000 Patienten in Deutschland aus. Besonders häufig betroffen sind übergewichtige Männer zwischen 30 und 60 Jahren. Hauptrisikofaktor ist Adipositas. Die Krankheit ist durch wiederholte Atemstillstände im Schlaf gekennzeichnet, die zu einer verringerten Sauerstoffversorgung und zu wiederholten Aufweckreaktionen des Körpers führen, die vom Schlafenden nicht bemerkt werden. Folge einer Schlafapnoe können neben einer erhöhten Tagesmüdigkeit auch chronische Gesundheitsstörungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkte, Schlaganfälle sowie Typ-2-Diabetes und Depressionen sein.

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