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Managementkongress

Eine erste Bilanz des GKV-WSG

31.07.2007
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Managementkongress

Eine erste Bilanz des GKV-WSG

Von Daniel Rücker

 

Zum zweiten Mal findet der Managementkongress von Lauer Fischer und Pharmazeutischer Zeitung auf der Baleareninsel Mallorca statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung vom 6. bis 10. November stehen Wirtschaftsthemen und betriebswirtschaftliche Aspekte, aber auch Gesundheitspolitik und Pharmazie kommen nicht zu kurz.

 

Ein Höhepunkt des Kongresses ist der Vortrag von Professor Dr. Eberhard Wille. Wille leitet den politisch-ökonomischen Teil der Veranstaltung ein. Er zieht dabei eine Bilanz der ersten Monate nach der Gesundheitsreform und wirft einen Blick auf die kommenden Entwicklungen. Als Vorsitzender des Sachverständigenrates für das Gesundheitswesens ist Wille ein ausgewiesener Kenner der deutschen Gesundheitspolitik mit einem direkten Draht zur Bundesregierung. Er kann seine Prognosen und Analysen auf Informationen aus erster Hand stützen.

 

Wille neigt nicht zu Polemik, erliegt aber auch sicherlich nicht der Versuchung, den Apothekern nach dem Mund zu reden. Als Ökonom steht Wille den Rahmenbedingungen des Arzneimittelmarktes nicht allzu positiv gegenüber. Deshalb dürfte sich die Bewertung des Wettbewerbsstärkungsgesetzes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-WSG) von ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf nicht mit Willes Positionen decken. Wolf wird über die Konsequenzen der Reform für die Apotheker sprechen. Die Rabattverträge dürften hier eine nicht unerhebliche Rolle spielen.

 

Spannung ist garantiert

 

Als wichtigster apothekerlicher Gesprächspartner der Politik kann Wolf auch viel dazu erzählen, warum das Gesetz genau so ist, wie wir es kennen, wo die Apotheker ihre Vorstellungen durchsetzen konnten und wo nicht. Natürlich wird Wolf gegebenenfalls auch auf aktuelle gesundheitspolitische Themen eingehen. Die betriebswirtschaftlichen Aspekte wird Ursula Hasan-Böhme von der Treuhand Hannover beleuchten. Schon jetzt ist klar, dass die Apotheker sicherlich nicht die Profiteure der Reform sind. Das liegt nicht allein an dem erhöhten Kassenabschlag, auch die Rabattverträge drücken den Ertrag durch einen höheren Beratungsaufwand und steigende Lagerkosten. Als Chefin der größten Steuerberatungsgesellschaft für Apotheker kann Hasan-Böhme aus einen großen Datenpool schöpfen.

 

Ebenfalls zu Wort kommen Vertreter von Pharmaindustrie und Krankenkassen. Während mit Professor Dr. Herbert Rebscher von der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) bereits ein prominenter Kassenvertreter zugesagt hat, steht der Referent aus den Reihen der Arzneimittelhersteller noch nicht fest. Sicher ist aber, dass die beiden kontroverse Schlüsse ziehen werden. Das gilt natürlich vor allem für die Rabattverträge.

 

In einer anschließenden Diskussion werden die Referenten ihre unterschiedlichen Auffassungen von der Reform und natürlich auch von der weiteren Entwicklung der Arzneimittelversorgung kundtun. Die Zusammensetzung des Podiums garantiert Spannung und Kontroversen. Für die Teilnehmer bietet sie eine seltene Möglichkeit, sich von kompetenten Experten Sinn und Unsinn des umstrittenen Gesetzeswerkes erläutern zu lassen und in die Diskussion auf dem Podium einzugreifen.

 

Der Managementkongress von Lauer Fischer und PZ findet vom 6. bis zum 10. November im Dorint Sofitel in Camp de Mar, Mallorca, statt. Das Programm und ein Anmeldeformular finden Sie im Serviceteil der Druckausgabe. Weitere Informationen bei S.T.A.R.S., Böblingen, Silke Kunz, Telefon (0 70 31) 4 10 30 51.

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