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Tierversuch

Zika-Impfstoffe schützen Fetus vor Infektion

26.07.2017  10:10 Uhr

Von Daniela Hüttemann / Zwei experimentelle Zika-Impfstoffe konnten im Tierversuch ungeborene Mäuse erfolgreich vor einer Infektion mit den tropischen Viren schützen, wenn die Muttertiere vor der Schwangerschaft geimpft worden waren.

 

Das berichtet ein Forscherteam der US-amerikanischen ­National Institutes of Health (NIH) jetzt im Fachjournal »Cell« (DOI: 10.1016/j.cell.2017.06.040). 

In einem Versuchsarm wurden 20 nicht trächtige Mäuse zweimal im Abstand von 28 Tagen mit dem experimentellen modifizierten mRNA-Impfstoff immunisiert, dessen mRNA für zwei Virusgene kodiert. 20 weitere weibliche Mäuse bekamen zeitgleich ein Placebo. Im anderen Studienarm ­erhielten 18 weibliche Mäuse eine einmalige Dosis eines attenuierten Lebend­impfstoffs. Als Kontrollgruppe dienten hier elf Mäuse. Bei beiden Impfstoffen bildeten die Versuchstiere neutralisierende Antikörper gegen das Zika-Virus.

 

Anschließend bekamen alle Mäuseweibchen ein Männchen in ihren Käfig gesetzt. Die trächtigen Tiere wurden anschließend mit dem Zika-Virus infiziert. Während die Nachkommen der geimpften Muttertiere keinen Schaden nahmen, kam es bei den Nachkommen der Placebo-­behandelten Tiere zu den bekannten Missbildungen oder zum intrauterinen Tod, berichtet das Team aus Forschern der NIH, der Washington University School of Medicine in St. Louis und der University of Texas in Galvestone. Die Daten zeigen, dass die Impfungen eine Übertragung des Virus über die Plazenta verhinderten. Beide Impfstoffe werden bereits auch an Menschen in klinischen Studien getestet. /

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