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Aufsichtsrat

Stada ringt mit Großaktionär

27.07.2016  09:17 Uhr

Von Christina Müller / Die Zeichen stehen auf Konfrontation: Der Arzneimittelhersteller Stada hat am vergangenen Mittwoch seine Anwärter für die vier frei werdenden Posten im Aufsichtsrat offiziell bestätigt. Der Großaktionär Active Ownership Capital lehnt jedoch zwei der Nominierten ab und fordert, unter anderem auch den Aufsichtsratsvorsitzenden Martin Abend abzusetzen.

Mit der Veröffentlichung der Tagesordnung für die Hauptversammlung Ende August in Frankfurt am Main nominierte der Konzern unter anderem die Apotheker Birgit Kudlek und Gunnar Riemann. Mit beiden Anwärtern ist der Investor Active Ownership Capital (AOC) nicht einverstanden und schickt zwei Gegenkandidaten ins Rennen.

Zudem rüttelt AOC an den Stühlen des verbleibenden Aufsichtsratsmitglieds Carl Oetker sowie dessen Chef Martin Abend. Nach sieben Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender und insgesamt 13 Jahren Zugehörigkeit zum Kontrollgremium des Unternehmens sei Abend nicht mehr geeignet, den notwendigen Neuanfang bei Stada zu leiten oder zu begleiten, teilte der Aktionär am Dienstag mit.

 

Einig sind sich Stada und AOC über die zwei verbleibenden Kandidaten. Diese sind die derzeitige Opel-Marketingchefin Tina Müller sowie Rolf Hoffmann, der seit Juni 2016 Lehrbeauftragter der Kenan-Flagler Business School in North Carolina für Strategie und internationale Geschäftsentwicklung ist. Erfahrungen in der Pharmabranche sammelte er bei dem US-amerikanischen Biotechnologieunternehmen Amgen, wo er verschiedene Führungspositionen bekleidete.

 

Erleichterte Übernahme

 

Neben der Neubesetzung des Aufsichtsrats will Stada bei der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von 70 Cent je Aktie beschließen. Das entspricht einer Steigerung um 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sowie einer Ausschüttungssumme von knapp 44 Millionen Euro. Zudem plant das Unternehmen, Namensaktien künftig nicht mehr vinkuliert herauszugeben. Demnach würde der Kapitalgesellschaft das Vetorecht bei Anteilswechseln entzogen und somit die Übernahme durch eine andere Firma erleichtert. Stada wurde in den vergangenen Monaten immer wieder mit einer möglichen Übernahme durch größere Generikahersteller in Verbindung gebracht. /

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