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Melanom

Krebszellen überlisten Checkpoint-Inhibitor

26.07.2016  16:01 Uhr

Von Kerstin A. Gräfe / US-amerikanische Forscher haben erstmals einen Mechanismus aufgezeigt, wie Krebszellen eine Resistenz auf Checkpoint-Inhibitoren entwickeln.

 

Wie das Team um Dr. Antoni Ribas vom Jonsson Comprehensive Cancer Center in Los Angeles im »New England Journal of Medicine« berichtet, konnte es als Ursachen einer Resistenz auf den Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab (Keytruda®) verschiedene Mutationen ausmachen (DOI: 10.1056/NEJMoa1604958).

 

Die Wissenschaftler um Studienleiter Ribas und Erstautor Jesse Zaretsk sequenzierten dazu von vier Melanom-Patienten das komplette Exom der Tumorzellen vor Beginn der Keytruda-Therapie und nach dem Rezidiv. Als Exom bezeichnet man alle Abschnitte des Erbguts, die potenziell für Proteine codieren. Bei einem Patienten fanden die Forscher eine Mutation im Gen für das Protein β-2-Mikroglobulin. Letzteres ist Bestandteil des MHC-Klasse-I-Komplexes, der den T-Zellen die Tumorzellen als körperfremde Antigene präsentiert. Folge des Defekts ist, dass die T-Zellen die Melanomzellen als solche nicht mehr erkennen und der Krebs fortschreitet. Bei zwei weiteren Patienten entdeckten die Wissenschaftler Mutationen in den Genen JAK1 und JAK2, was die von Pembrolizumab aktivierte Immunabwehr derart abschwächt, dass der Krebs wieder wachsen kann. Bei dem vierten Patienten fand sich kein Gendefekt. Die Forscher schlussfolgern, dass es noch weitere Mechanismen geben muss, die es den Krebszellen ermöglichen, sich einer Immun­aktivierung zu entziehen. /

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