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Apothekengründung

Käufer mussten 2013 mehr investieren

23.07.2014
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Von Stephanie Schersch / Wer sich im vergangenen Jahr mit einer eigenen Apotheke selbstständig gemacht hat, musste deutlich tiefer in die Tasche greifen als 2012. Mehr Käufer entschieden sich zudem für eine Apotheke auf dem Land, wie aus Zahlen der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) hervorgeht.

Für die Übernahme eines Betriebs als Einzel- oder Hauptapotheke zahlten Existenzgründer 2013 im Schnitt 480 000 Euro. Das ist ein Plus von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. »Wir erleben derzeit eine Marktbereinigung«, sagte Apobank-Bereichsleiter Georg Heßbrügge. »Schlecht gehende Apotheken werden geschlossen. Gut laufende werden stark umworben.« Das wirke sich auch auf die Kaufpreise aus.

 

Mit 59 Prozent waren die meisten Existenzgründer Frauen. Dafür hatten die Männer beim Investitionsvolumen die Nase vorn: Durchschnittlich 633 000 Euro zahlten sie für die Übernahme einer Apotheke – deutlich mehr als ihre weiblichen Kollegen (365 000 Euro). Laut Apobank investierten sie dabei meist in umsatzstärkere und technisch besser ausgestattete Apotheken als die Frauen.

Auch für die Übernahme eines Betriebs als Filialapotheke mussten Käufer 2013 mit durchschnittlich 428 000 Euro mehr investieren als im Jahr davor (plus 5 Prozent). Zwei Drittel der Filialen wurde von Männern gegründet oder übernommen. Diese seien vermutlich »stärker an den unternehmerischen Aspekten einer Apothekenführung interessiert«, so Heßbrügge.

 

Die Großstadt verlor 2013 als Standort an Attraktivität. Lediglich jeder dritte Käufer (31 Prozent) wählte diese Lage für seine Apotheke, 2012 waren es noch 40 Prozent gewesen. Kleinstadt-Apotheken stiegen hingegen in der Gunst der Erwerber. 30 Prozent entschieden sich für einen solchen Betrieb, das ist ein Plus von 4 Prozentpunkten im Vergleich zu 2012. Ähnlich sieht es mit Apotheken in ländlichen Regionen aus. Hier investierten 8 Prozent der Käufer (plus 5 Prozentpunkte). 31 Prozent bevorzugten eine mittelgroße Stadt als Standort.

 

Wenige neue Apotheken

 

Lediglich jeder zehnte Käufer eröffnete eine neue Apotheke. Dabei wurden vier Prozent als Haupt- oder Einzelapotheke gegründet, 6 Prozent als Filiale. Die meisten (83 Prozent) entschieden sich jedoch für die Übernahme einer bestehenden Apotheke. 65 Prozent führten den Betrieb als Einzel- beziehungsweise Hauptapotheke weiter, 18 Prozent als Filiale. 7 Prozent entschieden sich dafür, eine Apotheke zu pachten oder eine Gemeinschaftsapotheke zu eröffnen. Für ihre Analyse wertete die Apobank Daten aus 159 Apothekengründungen aus, die sie 2013 betreute. /

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