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150 Jahre Bayer

Forschung für ein besseres Leben

26.07.2013
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Von Kerstin A. Gräfe, Köln / Was vor 150 Jahren als kleine Farbenfabrik begann, ist heute ein weltweit agierender Konzern mit mehr als 110 000 Beschäftigen – die Bayer AG. Zum Jubiläums-Festakt hatte Konzernchef Marijn Dekkers rund 1000 Gäste geladen. Zu den Gratulanten gehörten auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD).

»150 Jahre Bayer – das ist schon etwas ganz Besonderes. Dieses Jubiläum erfüllt uns alle bei Bayer mit Freude und mit großem Stolz«, sagte Dekkers in seiner Begrüßungsansprache. Ausschlaggebend für den Jahrzehnte lang andauernden Erfolg seien die Eigenschaften Wissensdurst, Forschergeist und Eifer. Damals wie heute drehe sich alles um Innovationen. Allerdings reiche es nicht, die beste Idee zu haben. Vielmehr müsse man bei deren Umsetzung schneller und besser als die Konkurrenz sein. »Wir müssen in den kommenden Jahren noch einen Zahn zulegen«, so Dekkers.

Kritische Töne

 

Dekkers mischte in seine Rede auch leise kritische Töne. So stimme es ihn nachdenklich, dass immer wieder Technologien in Deutschland erfunden, aber woanders zuerst auf den Markt gebracht würden. Auch mit der deutschen Risikobereitschaft scheint der holländische Konzernchef ein wenig zu hadern: »Natürlich dürfen wir niemals mögliche Risiken außer Acht lassen. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass so lange über Risiken gesprochen wird, bis die Chancen komplett vertan sind.«

 

Angesichts der hohen Investitionen in neue Produkte und Technologien sei man als forschendes Unternehmen auf sichere politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen angewiesen, so Dekkers. »Wir brauchen einen klaren Kurs«, lautet seine Forderung an die Politik.

 

Zumindest in Sachen Bildungspolitik und Energiewende konnte sich Dekkers der Unterstützung von Merkel und Kraft sicher sein. Für Kraft stand außer Frage, dass das Land gegenüber dem Konzern in der Pflicht steht: »NRW und Bayer – das ist keine flüchtige Verbindung, sondern eine dauerhafte, widerstandsfähige Legierung.«

 

Auch Merkel machte sich in ihrer Rede für die Ausnahmeregelung für energieintensive Unternehmen bei der Ökostrom-Umlage stark. Die Chemieindustrie brauche vertretbare und wettbewerbsfähige Energiepreise, sagte sie. »In Brüssel werden wir dafür kämpfen, dass die Ausnahmeregelungen bestehen bleiben.« Dies sei eine Voraussetzung für die Wettbewerbs­fähigkeit der Branche. Deutschland und die Chemie gehörten zusammen. Des Weiteren versprach die Kanzlerin, in Bildungsaktivitäten zu investieren. »Gute Bildung und Qualifizierung sind Voraussetzungen für erfolgreiche Forschung und Innovation.«

 

Merkel sicherte Bayer zu, für Rahmenbedingungen zu sorgen, unter denen innovative Unternehmen weiterhin in Deutschland eine Heimat hätten: »Wenn wir Standort für die Pharmaindustrie bleiben wollen, müssen wir die Patententwicklung möglich machen«, sagte sie. Zugleich verwies sie jedoch darauf, dass neue Medikamente mit einem Zusatznutzen verbunden sein müssten. Die pharmazeutische Industrie leiste einen Beitrag dazu, dass die Gesundheitsversorgung besser werden könne. »Sie muss aber auch einen Beitrag leisten, dass die Gesundheitskosten bezahlbar bleiben«, betonte Merkel.

 

»Ein Aushängeschild«

 

Mitten im Wahlkampf ließt es sich die Kanzlerin nicht nehmen, auch verschiedene bundespolitische Themen anzusprechen, darunter die aktuellen Diskussion um Datenschutz: »Wir werden unseren amerikanischen Partnern sagen: Auf deutschem Boden gilt immer deutsches Recht, und das werden wir einfordern.«

 

Abschließend bezeichnete sie das Bayer-Kreuz als ein weithin leuchtendes Aushängeschild Deutschlands. Sie dankte dem Unternehmen dafür, dass es »ein Symbol eines Innovations- und Hightech-Standorts Deutschland ist mit sicheren und guten Arbeitsplätzen, mit einer guten Gemeinschaft von Unternehmensführung und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und mit spannenden Herausforder­ungen«. /

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