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Erfolgreicher Protest gegen Lieferengpässe

19.07.2017  10:34 Uhr

Von Stephanie Schersch / Mehr als 3000 Apotheken haben sich in den vergangenen Wochen bei der Sanofi-Tochter Zentiva über Lieferausfälle beschwert. Nun zeigt der Protest offenbar Wirkung.

 

Nach Aussage der Apothekengenossenschaft Noweda bedient der Hersteller inzwischen deutlich mehr Bestellungen als noch im April. Damals hatte Zentiva lediglich 35 Prozent der bestellten Ware ausgeliefert. Zufrieden sei man zwar auch mit der aktuellen Lieferquote keineswegs, betonte Noweda-Chef Michael Kuck. »Es ist aber zu hoffen, dass Zentiva den Warnschuss begriffen hat und nun alles daran setzt, seine Lieferfähigkeit weiter zu verbessern.«

 

Die Noweda hatte die Apotheken dabei unterstützt, ihrem Unmut in den Konzernzentralen von Zentiva und Sanofi schriftlich Luft zu machen. Kuck wertet die Protestaktion als starkes Signal. Gemeinsam könnten Apotheker viel bewegen, sagte er. »Die Stimme eines einzelnen Apothekers mag vielleicht weniger gehört werden, aber kein Hersteller kann sich entziehen, wenn eine große Zahl von Apotheken ihre Unzufriedenheit bekundet.«

 

Der Großhändler will die weitere Entwicklung nun beobachten. In den Apotheken führen die aktuellen Lieferausfälle nicht selten zu Problemen, da Zentiva Rabattpartner verschiedener Krankenkassen ist. Kuck glaubt aber an eine weitere Entspannung der Situation, schließlich seien nicht zuletzt auch die Krankenkassen dazu angehalten, bei der Vergabe von Rabattlosen die Zuverlässigkeit der Hersteller nicht außer Acht zu lassen. /

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