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Deutsches Register Klinischer Studien

Finanzierung steht in den Sternen

20.07.2016  09:42 Uhr

Von Jennifer Evans / Ende Juli läuft die Förderung des Deutschen Registers Klinischer Studien (DRKS) aus. Weitere finanzielle Unterstützung hat die Bundesregierung nicht in Aussicht gestellt. In einer Kleinen Anfrage wollten die Grünen wissen, ob die wissenschaftliche Datenbank nun vor dem Aus steht.

 

Eine mögliche Schließung des DRKS würde den Grünen zufolge künftig das Erstellen medizinischer Leitlinien sowie Patienten- und Arzneimittelinformationen erschweren sowie die Transparenz der Studienlandschaft bedrohen. Fiele das Register weg, bedeute das »einen herben Rückschlag für die Gesundheitsforschung und -versorgung in Deutschland«, heißt es in der Kleinen Anfrage. Die in Freiburg ansässige Datenbank dient Wissenschaftlern, Ärzten, medizinischen Fachgesellschaften und Ethikkommissionen als Grundlage für neue Diagnose- und Therapieverfahren. Anhand des DRKS können Experten ableiten, welche Medikamente und Medizinprodukte beim Patienten erfolgversprechend sind.

 

Grundsätzlich begrüßt die Bundesregierung die Fortführung des Registers. Sie sei bestrebt, mögliche Nachhaltigkeitsstrategien zu prüfen, die »alle Belange der relevanten Interessensgruppen berücksichtigen und die langfristige Aktualisierung und Zugriffsmöglichkeit auf die Daten gewährleisten«, heißt es. Über eine Verankerung im Haushaltsplan 2017 könne sie noch keine Aussage treffen. Auch prüfe sie derzeit, ob das DRKS an ein Register anderer etablierter Institutionen oder Organisationen angegliedert werden könnte.

 

Bis der Haushaltsplan für das kommende Jahr steht, will das DRKS die Finanzierung bis Ende 2016 aus anderen Quellen sichern. Seit 2007 hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung den Aufbau des Registers mit 3,8 Millionen Euro gefördert. Zur weltweiten Nutzung war es zudem seit 2008 als deutsches Primärregister in das Netzwerk der Weltgesundheitsorganisation in eingebunden. /

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