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Apothekerausbildung

Vorerst kein Studium in Brandenburg

15.07.2015
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Stephanie Schersch, Potsdam / Die Chancen auf einen eigenen Pharmaziestudiengang in Brandenburg stehen vorerst schlecht. Ein solcher Schritt passe derzeit nicht in die politische Agenda der Landesregierung, sagte der Präsident der Apothekerkammer Brandenburg, Jens Dobbert, vergangene Woche in Potsdam.

Neben Bremen ist Brandenburg das einzige Bundesland, in dem keine Apotheker ausgebildet werden. Dabei ist der Bedarf an Personal groß. Bereits heuten fänden brandenburgische Apotheker »nur sehr schwer oder kein Fachpersonal«, sagte Dobbert im Rahmen der Kammerversammlung. Zudem erreichten 30 Prozent der Apothekeninhaber in den nächsten zehn Jahren das Rentenalter.

 

Warten auf Antwort

 

Die Kammer hatte wegen des Studiengangs in den vergangenen Monaten mit verschiedenen Ministerien im Land Kontakt aufgenommen. Im Wirtschaftsministerium hätten die Apotheker keinen Termin erhalten, aus dem Finanzministerium warte man noch auf Antwort, sagte Dobbert. Immerhin gab es ein Treffen mit Wissenschaftsministerin Professor Sabine Kunst (SPD). Dort habe es »kein eindeutiges Nein« gegeben, auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) stehe der Einrichtung eines solchen Studiengangs nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber. Allerdings sieht das Land Dobbert zufolge derzeit finanziell keine Möglichkeit, das Projekt zu realisieren.

 

Auch mit dem Präsidenten der Universität Potsdam, Professor Oliver Günther, hat die Kammer Gespräche geführt. Er stehe der Idee offen gegenüber, Pharmazie als Studienfach in Potsdam zu etablieren. Doch auch der Uni fehlten die nötigen Mittel, so Dobbert. Im März habe das Wissenschaftsministerium konkrete Zahlen für einen möglichen Studiengang Pharmazie vorgelegt. Demnach rechnet das Land mit fünf bis acht erforderlichen Professorenstellen und jährlichen Kosten in Höhe von 5,5 Millionen Euro.

 

Die Apothekerkammer hat sich über verschiedene Wege der Finanzierung Gedanken gemacht. »Eine mögliche Idee wäre, über Stifter einer Juniorprofessur an der Universität Potsdam den Studiengang zu etablieren«, sagte Dobbert. Dafür habe die Kammer die ABDA um Unterstützung gebeten, Anfang Juli jedoch eine Absage erhalten. Ihren Kampf für einen eigenen Studiengang wollen die Brandenburger Apotheker aber nicht aufgeben. Mehr über die Kammerversammlung in Potsdam lesen Sie in der Printausgabe der PZ 29/2015 auf Seite 66. /

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