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Aus für Genmedikament TKM-Ebola-Guinea

14.07.2015
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Von Annette Mende / Eine Phase-II-Studie mit dem Genmedikament TKM-Ebola-Guinea ist aufgrund enttäuschender Zwischenergebnisse vorzeitig abgebrochen worden.

 

Es sei ein vorher definierter statistischer Endpunkt erreicht worden, heißt es in einer Pressemitteilung von Hersteller Tekmira. Dieser mache es unwahrscheinlich, dass eine weitere Rekrutierung von Teilnehmern einen therapeutischen Nutzen zeigen werde, weshalb diese eingestellt worden sei. Die gewonnenen Daten sollen jetzt ausgewertet und baldmöglichst veröffentlicht werden.

 

TKM-Ebola-Guinea ist eine Weiterentwicklung des Medikaments TKM-Ebola desselben Herstellers. Es handelt sich um in Lipid-Nanopartikel verpackte kurze synthetische RNA-Moleküle (small interfering RNA, siRNA), die das Ebolavirus an der Replikation hindern. TKM-Ebola-Guinea ist auf den beim Ausbruch in Westafrika zirkulierenden Virusstamm Makona oder auch Guinea (EBOV-g) optimiert. In einem Tierexperiment mit Affen hatte es im April eine sehr gute Wirksamkeit gezeigt.

 

In einer Pressemitteilung des Fachjournals »Science« nennt Professor Dr. Thomas Geisbert von der University of Texas Änderungen an der Lipid-Nanopartikel-Verpackung als wahrscheinlichen Grund für das enttäuschende Abschneiden des Wirkstoffs. In der klinischen Studie sei eine ältere Formulierung zum Einsatz gekommen als in dem Affen-Experiment, das er geleitet hatte. Diese ältere Formulierung sei auch bei Affen in früheren Untersuchungen weniger wirksam gewesen als die neue. »Wir vergleichen hier Äpfel mit Kumquats«, sagte Geisbert. Die neue Hülle habe in der klinischen Studie aber nicht verwendet werden können, da sie zum Startzeitpunkt noch nicht die Phase-I- Sicherheitsprüfung durchlaufen hatte. / 

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