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Länderübergreifende Strategie gegen Ebola

09.07.2014
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dpa / Die Behörden zahlreicher westafrikanischer Staaten wollen die schwere Ebola-Epidemie mit einer länderübergreifenden Strategie und einem umfassenden Maßnahmenpaket bekämpfen. Darauf einigten sich afrikanische Gesundheitsminister und internationale Experten nach einer zweitägigen Krisensitzung in Ghana.

 

»Es ist Zeit für konkrete Aktionen, um das Leiden und die Todesfälle, die Ebola verursacht, zu beenden und eine weitere Ausbreitung zu vermeiden«, sagte der Afrikadirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Luis Gomes Sambo, laut einer Mitteilung.

Das Virus war im März in Guinea erstmals aufgetreten. Kurze Zeit später wurden in Liberia und Sierra Leone erste Fälle registriert. Experten fürchten, dass die Seuche auch andere Länder erreichen könnte. Die momentane Situation bedeute eine Bedrohung für alle Staaten der Region. Zunächst werde die WHO ein »subregionales Kontrollzen­trum« in Guinea eröffnen, das als Koordinationsplattform im Kampf gegen die Krankheit dienen soll und mit allen wichtigen Partnern zusammenarbeitet, hieß es in einer Mitteilung. Zudem sollen ab sofort Politiker, angesehene Gemeindemitglieder und religiöse Anführer in Aufklärungskampagnen eingebunden werden.

 

Viele Menschen in Westafrika sind verunsichert, weil sie die Seuche nicht kennen. Sie misstrauen Ärzten und verstecken Familienangehörige mit Ebola-Symptomen in ihren Häusern. Zudem gibt es weiterhin Beerdigungen, bei denen die Toten umarmt oder noch nicht einmal gewaschen werden. Ebola wird durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, sodass derartige Zeremonien ein großes Risiko darstellen.

 

Experten sehen daher Aufklärung über Infektionswege als eine der wichtigsten Maßnahmen, um das Virus einzudämmen. Auch die Entsendung von weiterem qualifizierten Personal, der Austausch mit Ländern, die in der Vergangenheit Ebola-Ausbrüche verzeichneten, die aktive Suche nach Erkrankten sowie deren Kontaktpersonen und die Bereitstellung von mehr Geld seitens der Regierungen sind Teil der Strategie. Zudem müsse die Forschung vo­rangetrieben werden, hieß es. Bisher gibt es für Ebola weder eine Impfung noch eine Therapiemöglichkeit.

 

Es handelt sich um den ersten bekannten Ebola-Ausbruch in Westafrika. Bisher trat die Seuche vor allem im Osten und im Zentrum des Kontinents auf. In drei Monaten hat nach WHO-Angaben die Virusinfektion in den drei Ländern insgesamt 481 Menschenleben gefordert, 779 Personen waren erkrankt. Nie zuvor wurde eine solch schwere Ebola-Epidemie bekannt. Das gilt nicht nur mit Blick auf die Erkrankungszahl, sondern auch auf die geografische Verbreitung. Symptome sind unter anderem Fieber sowie innere und äußere Blutungen. /

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