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10.07.2012  16:41 Uhr

Meldungen

 

Gratis-Generika in Indien

 

PZ / Indien will seinen Einwohnern kostenlos Generika zur Verfügung stellen. Dazu bekommen Ärzte eine Art Positivliste mit den abgabefähigen Generika an die Hand. Darüber hinaus will die indische Regierung Ärzte bestrafen, die ein Originalpräparat verordnen. Diese Vorhaben gehen aus einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters hervor. Noch in diesem Jahr wolle die Regierung mit der Umsetzung des Gesundheitsprogramms beginnen. Insgesamt hat es ein Volumen von 5,4 Milliarden Dollar. Die Hersteller von Originalpräparaten dürften da­rüber wenig begeistert sein, immerhin ist der indische Gesundheitsmarkt mit mehr als 1,2 Milliarden offiziell gezählten Einwohnern sehr groß und wächst stetig. Profitieren werden dagegen Ge­nerikafirmen, zum Beispiel das indische Unternehmen Dr. Reddy´s. Ob wirklich alle Inder profitieren werden, ist jedoch fraglich. Eine kostenlose Gesundheitsversorgung gibt es auf dem Papier für alle bei den Behörden registrierten Bürger. Gerade besonders bedürftige Inder wie Analphabeten und Wanderarbeiter sind jedoch oft nicht erfasst und existieren damit offiziell nicht. Zudem wissen Slumbewohner häufig nicht einmal, dass sie einen Anspruch auf staatliche Hilfe haben oder wo und wie sie diese in Anspruch nehmen können.

 

Bundesrat fordert mehr Schutz für Versuchstiere

 

PZ / Der Bundesrat fordert striktere Vorschriften bei Tierversuchen. Das geht aus einer Stellungnahme der Länderkammer zur geplanten Novelle des Tierschutzgesetzes hervor. Mit dem Gesetz sollen europäische Richtlinien zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere in nationales Recht umgesetzt und gleichzeitig deutsche Tierschutzstandards erhöht werden. Den Bundesländern gehen einige Regelungen dabei nicht weit genug. So sprechen sie sich dafür aus, Versuche an Menschenaffen grundsätzlich zu verbieten, »soweit diese nicht der Erhaltung dieser Arten oder den Menschenaffen selbst dienen«. Aufgrund ihrer hochentwickelten sozialen Fähigkeiten bestünden bei der Verwendung von Menschenaffen nicht nur ethische Fragen, sondern auch Probleme, den verhaltens- und umweltbedingten sowie den sozialen Bedürfnissen unter Laborbedingungen gerecht zu werden, heißt es. Außerdem will der Bundesrat die Bedingungen, unter denen Tierversuche stattfinden dürfen, enger fassen. Versuche an Wirbeltieren, die zu länger an­haltenden oder sich wiederholenden erheblichen Schmerzen führen, sollen demnach nur vorgenommen werden dürfen, wenn die angestrebten Ergebnisse für wesentliche Bedürfnisse von Mensch oder Tier einschließlich die Lösung wissenschaftlicher Probleme von heraus­ragender Bedeutung sein werden.

 

Hubmann bleibt BAV-Vorsitzender

 

PZ / Dr. Hans Hubmann ist zum Ersten Vorsitzenden des Bayerischen Apothekerverbands (BAV) wiedergewählt worden. Der 48-jährige Apotheker aus Kulmbach tritt damit eine zweite Amtsperiode an. »Unsere Verbandsarbeit der vergangenen vier Jahre hat nachhaltig Früchte getragen«, sagte Hubmann laut Pressemitteilung. Als Beispiel nannte er einen Vertrag mit der AOK Bayern, nach dem Apotheker unter bestimmten Voraussetzungen Rabattarzneimittel substituieren dürfen, ohne Retaxationen fürchten zu müssen. Schwerpunkt der kommenden vier Jahre sei der Einsatz für eine angemessene Vergütung der apothekerlichen Leistungen. »Dafür werden wir mit allen relevanten bayerischen Politikern intensive Gespräche führen«, sagte Hubmann. Zudem forderte Hubmann Rechts- und Planungssicherheit zur Höhe des Apothekenabschlags.

 

Apobank erweitert Vorstand

 

PZ / Ulrich Sommer komplettiert als fünftes Mitglied den Vorstand der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank). Das teilte der Aufsichtsrat der Apobank am Montag mit. Der 50-Jährige ist gelernter Bankkaufmann und bereits seit 1986 mit kurzer Unterbrechung im Unternehmen. Seit Dezember 2010 hatte Sommer das Ressort Standesorganisationen, Großkunden und Märkte als Bereichsvorstand geleitet. Die Bankenaufsicht Bafin hat nun mit Wirkung zum 1. Juli 2012 grünes Licht für die Vorstandsberufung Sommers gegeben. Vorstandssprecher ist seit Juli 2009 Herbert Pfennig. 2011 kamen Harald Felzen für das Ressort Privatkunden und Eckhard Lüdering für das Ressort Risiko und Bankbetrieb hinzu. Dr. Thomas Siekmann leitet seit Oktober 2010 das Ressort Finanzen und Controlling.

 

Boehringer strukturiert Führungsspitze neu

 

PZ/dpa / Deutschlands zweit­­größter Pharmakonzern Boehringer Ingelheim strukturiert seine Unternehmensleitung neu. Das Gremium wird von vier auf fünf Sitze erweitert, wie ein Sprecher des nicht börsennotierten Familienunternehmens vergangene Woche mitteilte. Ein Grund für die neue Erweiterung ist der Unternehmensbeschluss, in das Geschäft mit Biosimilars einzusteigen. Vorsitzender der Unternehmensleitung wird Professor Dr. Andreas Barner. Er übernimmt die Personalsparte und bleibt zudem verantwortlich für den Bereich Forschung & Entwicklung und Medizin sowie Sprecher der Unternehmensleitung. Neu hinzu kommt zum 1. Oktober Joachim Hasenmaier, der für Selbstmedikation und Tiergesundheit verantwortlich sein wird. Die neu geschaffene Sparte Biopharma und Operations (Produktion) leitet dann Wolfram Carius, bisher für Personal und Operations zuständig. Für Finanzen zeichnet nach wie vor Hubertus von Baumbach verantwortlich, der auch den Vorsitz des Familienrats übernimmt, die Familienverwaltung der Gesellschafterfamilie. Engelbert Tjeenk Willink leitet nach wie vor das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten.

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