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HIV-Selbsttest in den USA zugelassen

10.07.2012
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PZ/dpa / Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den ersten Selbsttest auf HIV-Infektion zugelassen. Die Speichel­untersuchung »OraQuick In-Home HIV Test« soll in etwa einer halben Stunde Klarheit über eine Infektion verschaffen, teilte die FDA mit.

Der Test sieht aus wie eine Kombination aus Schwangerschaftstest und Wattestäbchen. Nach der Probennahme wird der Wattestäbchen-Teil in ein Röhrchen mit Reagenzlösung gesteckt. Eine kleine Anzeige gibt nach 20 bis 40 Minuten Auskunft, ob eine Infektion wahrscheinlich ist.

Allerdings weist die FDA auf eine erhebliche Fehlerquote hin. Untersuchungen zufolge ist etwa jedes zwölfte Negativ-Ergebnis falsch. Bei den Positiv-Resultaten sei jedes 5000. nicht korrekt und der Patient also doch nicht infiziert.

 

In den USA soll der Selbsttest von Oktober an in Drogerien und Apotheken zu haben sein. Ein einzelner Test kostet nach Herstellerangaben 36 US-Dollar.

 

Die Einführung in Deutschland schließt Karl Lemmen, Referent für Qualitätssicherung bei der Deutschen Aids-Hilfe, derzeit aus: »Solche Tests sollten in der Lage sein, zumindest die Infektion sicher auszuschließen.« Mit einer Anwendungs­sicherheit von nur rund 93 Prozent gegenüber 99 Prozent bei ärztlichen Tests sei die Entwicklung des Heimtests noch nicht weit genug fortgeschritten. / 

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