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Erlotinib bald Option für Erstlinien-Therapie

10.07.2006  13:17 Uhr

Erlotinib bald Option für Erstlinien-Therapie

PZ / Die guten Erfahrungen mit Erlotinib (Tarceva®) in der Zweit- und Drittlinien-Therapie beim nicht kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) machen Erlotinib für die Erstlinien-Therapie beim NSCLC interessant.

 

Dies ist das Fazit eines von Hoffmann-La Roche ausgerichteten Symposiums auf dem 47. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie in Nürnberg. In einer Phase-II-Studie in Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden wurden 53 zuvor nicht behandelte Patienten mit einem NSCLC in fortgeschrittenem Stadium mit täglich 150 mg Erlotinib behandelt. Innerhalb von sechs Wochen konnte durch die Monotherapie bei zwei Patienten eine komplette Remission, bei elf Patienten eine Teilremission und bei weiteren zwölf Patienten ein Krankheitsstillstand erreicht werden. Der Anteil der Patienten mit kontrollierter Erkrankung lag damit bei immerhin 55 Prozent. Als mediane Überlebenszeit waren 391 Tage und als mittlere Zeit bis zum erneuten Fortschreiten der Erkrankung 94 Tage errechnet worden.

 

In eine weitere Erstlinien-Therapie-Studie waren 66 geriatrische, multimorbide und deshalb für eine konventionelle Chemotherapie kaum mehr infrage kommende Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC einbezogen worden. Die Krankheitsprogression konnte hier bei 61 Prozent gestoppt werden. Die mittlere Überlebenszeit betrug elf Monate.

 

Weitere Studien sollen Erlotinib als Monotherapie, als Erhaltungstherapie nach Chemotherapie, als sequenzielle Gabe oder in Zweierkombination im First Line-Setting überprüfen. Darüber hinaus zeigen sich erste viel versprechende Ergebnisse bei der Entwicklung von zytostatikafreien Kombinationen.

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