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Übergewicht

Schon wenige Kilos zu viel erhöhen Herz-Kreislauf-Risiko

05.07.2017  09:50 Uhr

PZ / Wenn es um die Herz-Kreislauf-Gesundheit geht, zählt auf der Waage offenbar jedes Kilo: Einer aktuellen Studie im Fachjournal »The Lancet Public Health« zufolge verdopppelt bereits leichtes Übergewicht die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von zehn Jahren mindestens zwei der drei Komplikationen Typ-2-Diabetes, koronare Herzkrankheit (KHK) oder Schlaganfall zu entwickeln.

 

Adipöse haben demnach im Vergleich zu Personen mit einem normalen Body-Mass-Index (BMI) ein sogar um den Faktor 10 oder mehr erhöhtes Risiko. Das berechnete ein internationales Forscherteam um Professor Dr. Mika Kivimäki vom University College London anhand einer Auswertung von 16 Studien in den USA und Europa (DOI: 10.1016/S2468-2667(17)30074-9).

Die Wissenschaftler analysierten die gepoolten Daten von mehr als 120 800 Männern und Frauen, die durchschnittlich über 10,7 Jahre lang beobachtet worden waren. Die Teilnehmer waren 35 Jahre und älter und hatten zu Untersuchungsbeginn weder Typ-2-Diabetes noch KHK oder einen Schlaganfall in der Anamnese. Die Auswertung zeigte, dass sich schon bei leichtem Übergewicht, also einem BMI zwischen 25 und unter 30, das Risiko für das Auftreten von mindestens zwei der genannten kardiometabolischen Morbiditäten im Vergleich zu normalgewichtigen Kontrollpersonen verdoppelte. Bei Adipositas Grad I, also einem BMI zwischen 30 und unter 35, war das Risiko um das Fünffache erhöht, bei Adipositas des zweiten (BMI 35 bis ­unter 40) und dritten Grades (BMI ab 40) sogar fast um das Fünfzehnfache. Das Ergebnis war unabhängig von Geschlecht, Alter und Hautfarbe.

 

»Unsere Ergebnisse zeigen eindeutig, dass Ärzte einerseits übergewichtige und adipöse Patienten mit Gefäßkrankheiten auf Diabetes screenen müssen und andererseits bei adipösen Diabetikern besonders auf die Prävention von Gefäßkrankheiten achten müssen«, so das Fazit der Autoren. /

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