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Serie Apothekerberufe

»Pro Tag bearbeiten wir gut 500 Fragen«

05.07.2016
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Von Christina Müller / Vergangene Woche feierte Andrea Holder ihr 30-jähriges Jubiläum beim Pharmagroßhändler Sanacorp. Seit 1. Juli 1986 arbeitet die Apothekerin für die älteste Apotheker-Genossenschaft in Deutschland. Als Leiterin der Serviceabteilung Dokumentation beantwortet sie den Kollegen in den Offizinen alle fachbezogenen Fragen – und seien sie noch so außergewöhnlich.

PZ: Was sind Ihre Aufgaben bei Sanacorp?

 

Holder: Ich leite die Dokumentation, sprich die Abteilung für Fachauskunft. Mein Team und ich beantworten alle Fragen zum Sortiment, die das Apothekenpersonal an uns richtet. Am Anfang waren wir noch zu zweit – heute sind wir schon fast 30 Beschäftigte in diesem Bereich. Pro Tag bearbeiten wir zwischen 500 und 600 Anfragen aus den Offizinen.

 

PZ: Mit welchen Fragen wenden sich die Apotheker an Sie?

Holder: Das ist ganz unterschiedlich. Häufig geht es um Alternativen zu bestimmten Präparaten oder um ausländische Medikamente, aber das Apothekenpersonal fragt uns zum Beispiel auch nach Globuli aus Eselsmilch, Saugglocken zur Narbenrückbildung, nach hühnereiweißfreien Impfstoffen oder nach einem Antiallergikum aus Wachteleiern aus der Werbung. Manchmal denke ich, es gibt nichts, was wir noch nicht gefragt worden sind. Trotzdem kommt täglich etwas Neues dazu. Das macht die Tätigkeit sehr abwechslungsreich und reizvoll.

 

PZ: Wie recherchieren Sie die entsprechenden Informationen?

 

Holder: Früher hatten wir nur Bücher und Prospekte, mit denen wir gearbeitet haben. Das Internet bietet heute natürlich ganz andere Möglichkeiten. Oft rufen wir auch beim Hersteller an. Was wir einmal recherchiert haben, speichern wir in einer hauseigenen Datenbank. Dadurch kann oft schon die Auftragsannahme den Apotheken weiterhelfen, wenn die gewünschte Antwort dort hinterlegt ist.

 

PZ: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich bei Sanacorp zu bewerben?

 

Holder: Ich habe bereits während des Studiums in der Niederlassung in Tuttlingen gejobbt. Die Atmosphäre unter den Kollegen hat mir sehr gut gefallen. Daher musste ich nicht lange überlegen, als ich kurz nach meiner Approbation auf eine entsprechende Stellenanzeige von Sanacorp gestoßen bin, sondern habe mich sofort beworben. Seitdem arbeite ich in der Niederlassung in Asperg.

 

PZ: Sehen Sie auch Nachteile an Ihrem Job?

 

Holder: Der einzige Nachteil ist aus meiner Sicht, dass ich viel Zeit am Schreibtisch verbringe. Der Kontakt zum Patienten ergibt sich in meinem Aufgabengebiet nur indirekt. Mit meiner Spezialisierung kann ich meine Kollegen und Kolleginnen im Tagesgeschäft ihrer Apotheke unterstützen.

 

PZ: Haben Sie sich für Ihre Arbeit speziell fort- oder weitergebildet?

 

Holder: Ich bin Fachapothekerin für Arzneimittelinformation. Die Kenntnisse aus den Weiterbildungsseminaren sind vor allem bei der Weiterentwicklung unserer Datenbank sehr hilfreich.

 

PZ: Würden Sie sich heute nochmal für Ihren Beruf entscheiden?

 

Holder: Ja, ganz eindeutig. Ich habe die Arbeit gefunden, die mich erfüllt und die mir Freude macht. Ich habe als Leiterin der Dokumentation angefangen, und das bin ich heute noch. Dennoch hat sich mein Alltag in den letzten 30 Jahren sehr verändert und ich muss die Prozesse immer wieder an die neuen Gegebenheiten anpassen, das macht mir viel Spaß. Die direkte positive Rückmeldung aus den Apotheken auf unsere Dienste ist eine tolle Bestätigung. Das zeigt mir, dass trotz der zunehmenden Digitalisierung die persönliche Beratung in unserer Gesellschaft immer noch einen hohen Stellenwert einnimmt.

 

PZ: Gibt es noch andere Bereiche, in denen bei Sanacorp Apotheker eingesetzt werden?

 

Holder: Ja, da gibt es einige. Gemäß der Satzung ist im Vorstand immer auch ein praktizierender Pharmazeut tätig, um die Interessenvertretung der Offizinapotheker sicherzustellen. Darüber hinaus arbeiten bei uns approbierte Kollegen etwa im Einkauf, in der Datenvorbereitung und im Sicherheitsmanagement. /

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