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Patientenberatung

Wechselwirkungen besser überwachen

02.07.2014
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Von Ev Tebroke, Berlin / Im Bereich Arzneimittelberatung mangelt es vielen Patienten an einer koordinierenden Instanz zur Überwachung von Wechselwirkungen. Das ist eines der Ergebnisse des Monitors Patientenberatung 2014, den die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) am Dienstag in Berlin vorstellte.

Vor allem Patienten, die mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen, seien oft überfordert, heißt es. Auch bei der Überwachung der korrekten Einnahme oder Anwendung von Medikamenten besteht demnach Verbesserungsbedarf. »Die Schilderungen der UPD zeigen, wo gerade aus Sicht der Patienten der Schuh drückt«, sagte der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU). 

 

Mit dem neuen Bericht zu Problemlagen im Gesundheitswesen informiert die UPD den Patientenbeauftragten bereits das zweite Jahr in Folge über Missstände und Probleme in der Patientenversorgung. Dafür wertete die UPD rund 80 000 Beratungsgespräche aus.

 

Mit Blick auf das Thema Arzneimittel haben laut Erhebung 2877 Patienten Rat bei der UPD gesucht. Dabei ging es am häufigsten um Beratungen zu spezifischen Arzneimitteln. Rund 71 Prozent aller Kontakte in der Arzneimittelberatung bezogen sich auf diesen Themenbereich. Insgesamt 2047 Patienten ließen sich laut UPD in diesem Punkt beraten. Dabei war ihr häufigstes Anliegen (908 Fälle) Hilfe bei unerwünschten Arzneimittel­wir­kun­gen. 714 Mal bestand Beratungsbedarf zum Thema Wechselwirkungen, gefolgt von Fragen zur korrekten Einnahme beziehungsweise Anwendung (639 Anfragen) oder zur Wirkung von Arzneimitteln (458 Anfragen).

 

Vor allem Medikamente für das HerzKreislauf-, Nerven-, und Verdauungssystem sowie für den Stoffwechsel waren Gegenstand der Beratungen. Nach Angaben der UPD richteten sich die Beschwerden der Patienten vor allem gegen niedergelassene Ärzte im Kontext der Verordnung von Arzneimitteln zulasten der Kassen. Bei den Ratsuchenden sei häufig keine leitlinien­gerechte Medikation erfolgt. Insgesamt wurden bei den Gesprächen die eingenommen Arzneimittel von 1462 Ratsuchenden (50,8 Prozent) vollständig dokumentiert. Fast die Hälfte aller in der Erhebung berücksichtigten Patienten nahm mehr als fünf Arzneimittel gleichzeitig ein. /

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