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Nierentransplantation

Belatacept zugelassen

05.07.2011
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PZ / Erstmals seit zehn Jahren kommt ein Arzneistoff mit einem neuen Wirkmechanismus bei Nierentransplantationen auf den Markt. Wie Bristol-Myers-Squibb meldet, hat die Europäische Kommission die Zulassung für das Belatacept-haltige Präparat Nulojix® erteilt. Belatacept ist in Kombination mit Corticoiden und Mycophenolsäure (MPA) indiziert für die Prophylaxe einer Transplantatabstoßung bei Erwachsenen, die eine Nierentransplantation erhalten haben.

Für die Induktionstherapie wird empfohlen, dem Belatacept-basierten Therapieregime einen Interleukin-2-Rezeptor-antagonisten hinzuzufügen. Belatacept ist bei Transplantatempfängern kontraindiziert, deren Epstein-Barr-Virus-Serologie negativ oder deren Serologie-Status unbekannt ist.

 

Belatacept ist ein lösliches Fusionsprotein und ein selektiver T-Zell-Costimulationsblocker, der an CD80 und CD86 auf Antigen-präsentierenden Zellen bindet. Als Resultat wird die CD28-vermittelte Costimulation von T-Zellen blockiert. Belatacept inhibiert in vitro die T-Lymhozytenproliferation und die Synthese der Zytokine Interleukin-2, Interferon-γ, Interleukin-4 und TNF-α. Aktivierte T-Zellen sind die Hauptvermittler einer immunologischen Abstoßungsreaktion.

 

Die Marktzulassung stützt sich auf die Phase-III-Studien BENEFIT und BENEFIT-EXT. Voraussichtlich ab dem 15. Juli wird das Präparat in Deutschland zur Verfügung stehen. / 

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