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Sommerpause, aber nicht für uns

30.06.2008
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Sommerpause, aber nicht für uns

Die EM ist vorbei, nun beginnt im Fußball endlich die Sommerpause. In den kommenden Wochen werden auch viele Politiker Zeit haben, sich erstmals in Ruhe mit einem Thema zu beschäftigen, das nicht nur den Apothekern unter den Fußsohlen brennt: der Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.

 

Der Bundestag hat bereits zwei Zuspiele von FDP und der Linken verwertet. Die FDP will Abholstellen verbieten lassen, die Linke den Versand verschreibungspflichtiger Arzneimittel (siehe dazu Versandhandel: Opposition fordert Einschränkung). Am Freitag wird der Bundesrat über eine entsprechende Initiative aus Bayern diskutieren. Die Entscheidung wird wohl erst zu Beginn der neuen Saison fallen, denn nach der Diskussion im Plenum werden sich die Ausschüsse des Themas annehmen.

 

Für die Apotheker ist dies ein Achtungserfolg. Wieder einmal zeigt sich, dass gelebter Verbraucherschutz wie Fußball ein Mannschaftssport ist. Dem mehr als elfköpfigen Team aus ABDA, Kammern und Verbänden ist es gelungen, weite Teile der Politik und der Verbraucher für die Gefahren zu sensibilisieren, die aus der unkontrollierten Freigabe des Versandhandels mit Arzneimitteln resultieren. Das liegt auch daran, dass wir nicht nur energisch stürmen können, sondern auch den Ball geschickt verteilen. Teile unserer Taktik kann der Zuschauer auf den Rängen gar nicht wahrnehmen. Dies ist allerdings kein Spiel, sondern Ernst.

 

Die Apotheker haben aber nicht nur ein großartiges Team, sie haben auch hervorragende Individualisten, im Bund wie in den Ländern. Dazu zählen wir nicht nur die Mandatsträger der Apothekerschaft, sondern auch die vielen Apothekerinnen und Apotheker, die auf unterschiedlichste Weise dazu beigetragen haben, Politiker aus ihrem Umfeld zu informieren.Dafür gebührt ihnen allen großer Dank.

 

Wer in den vergangenen Wochen die Europameisterschaft verfolgt hat, der weiß, dass ein paar gute Spiele für den Pokal noch nicht ausreichen. Wer die Trophäe gewinnen will, muss bis zum Ende fit und wach bleiben. Der Begriff Sommerpause trifft deshalb für uns nicht zu. Es ist zwar Sommer, wir machen aber keine Pause. ABDA, Kammern und Verbände bleiben am Ball. Bislang haben wir lediglich die Vorrunde überstanden. Das muss uns freuen, darf uns aber nicht zufriedenstellen.

 

In den kommenden Wochen werden wir uns auf die Endrunde vorbereiten. Dabei geht es nicht um irgendeinen Pokal für die Vitrine, es geht um mehr - um den Gewinn des Titels »Bester Verbraucherschützer bei Arzneimitteln«. Unsere Chancen darauf sind ganz gut, wir müssen sie nutzen.

 

Heinz-Günter Wolf

Präsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

 

Friedemann Schmidt

Vizepräsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

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