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Fortschritt bei Zell-Reprogrammierung

30.06.2008
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Fortschritt bei Zell-Reprogrammierung

PZ / Die Reprogrammierung von Körperzellen zu pluripotenten Stammzellen könnte einfacher und sicherer werden. Bisher entnehmen Forscher dazu Hautzellen und schleusen mithilfe von Retroviren die vier Steuerungsgene Oct4, Sox2, c-Myc und Klf4 hinein. Es entstehen induzierte pluripotente Stammzellen (iPS). Diese können jedoch, bedingt durch die fremden Gene und die Viren, nach dem Zurückspritzen in den Körper Krebs auslösen. Nun erzielten Forscher um Dr. Hans Schöler vom Max-Planck-Institut für Molekulare Biomedizin in Münster einen Fortschritt, wie sie in der Online-Ausgabe von »Nature« berichten. Anstelle von normalen Körperzellen nutzten sie adulte Nervenstammzellen aus dem Gehirn von Mäusen, die von Natur aus erhöhte Spiegel an Sox2 und c-Myc enthalten. Um sie in nachweislich pluripotente Stammzellen zu verwandeln, mussten die Forscher nur noch zwei Fremdgene einschleusen: Entweder Oct4 und Klf4 oder Oct4 und c-Myc. Entsprechend benötigten sie auch weniger Viren. Doch dürfte es kaum möglich sein, aus dem menschlichen Gehirn Zellen für therapeutische Zwecke zu isolieren, schränkte Schöler in einer Pressemitteilung ein. Vielmehr gelte es nun, nach Körperzellen zu suchen, die sich ähnlich gut reprogrammieren ließen, aber leichter zugänglich seien.

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