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Alzheimer-Demenz

Herpesviren könnten beteiligt sein

26.06.2018
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Von Hanke Huber / Eine aktuelle Studie liefert neue Hinweise für eine unter Wissenschaftlern kontrovers diskutierte Theorie, nach der Viren an der Entstehung der Alzheimer-Krankheit beteiligt sein könnten. Im Gehirn verstorbener Alzheimer-Patienten fanden Forscher größere Mengen an Herpesviren der Typen 6A und 7.

 

Im Vergleich zu Gehirnen von Menschen mit anderen neurodegenerativen Erkrankungen sei die Virenkonzentration bei Alzheimer-Patienten etwa doppelt so hoch gewesen, berichten die Forscher um Ben Readhead von der Icahn School of Medicine in Mount Sinai in der Fachzeitschrift »Neuron« (DOI: 10.1016/j.neuron.2018.05.023).

 

Außerdem fanden sie Hinweise, dass die Viren an der Regulierung genetischer Netzwerke beteiligt sind. So interagierten die Gene der Viren mit menschlichen Genen, die mit einem erhöhten Alzheimer-Risiko in Zusammenhang stehen. Des Weiteren bestand ein Zusammenhang zwischen den Herpesviren und den für Alzheimer typischen Amyloidplaques, neurofibrillären Bündeln und der Schwere der Krankheit.

 

Die Ergebnisse passen zu anderen Forschungen, die darauf hindeuten, dass das angeborene Immunsystem eine Rolle bei der Krankheitsentstehung der Alzheimer-Demenz spielen könnte. Die Amyloidplaques könnten demnach als Folge einer Abwehrreak­tion gebildet werden. Grund zur Sorge seien ihre Ergebnisse aber nicht, so die Forscher. Sie öffneten zwar die Tür für die Erforschung neuer Therapiemöglichkeiten, änderten jedoch nichts an dem, was man derzeit über Risiken und die Anfälligkeit für Alzheimer wisse. /

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