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Stada

Aktionäre sagen Nein zur Übernahme

28.06.2017
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Von Anna Pannen / Der hessische Generikahersteller Stada wird nun doch nicht verkauft. Für die Übernahme durch Bain Capital und Cinven stimmten nur 65,5 Prozent der Aktionäre – zwei Prozent zu wenig. Stada will jetzt das Beste aus der Situation machen und trotzdem weiter wachsen.

Der größte deutsche Pharma-Deal der vergangenen Monate ist gescheitert: Der Bad Vilbeler Arzneimittelhersteller Stada wird nun doch nicht durch Kapitalanleger geschluckt. Das teilte das Unternehmen am Montag mit. Eigentlich hatten die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven den Konzern für 5,3 Milliarden Euro übernehmen sollen. Am Ende stimmten statt der erforderlichen 67,5 Prozent jedoch nur 65,5 Prozent der Stada-Aktionäre dafür.

Ganz überraschend kommt das Aus nicht: Zuletzt hatten die Investoren die Zustimmungsfrist verlängert und die Mindestannahmeschwelle von ursprünglich 75 Prozent gesenkt, da die Aktionäre nur zurückhaltend zustimmten. In Insiderkreisen war immer wieder davon die Rede, traditionelle Privatanleger wie Apotheker und Ärzte sähen die Übernahme skeptisch. Sie sollen rund ein Drittel der Aktien halten. Stada wurde vor mehr als 120 Jahren von Apothekern gegründet und ist das letzte deutsche Generikaunternehmen, das noch unabhängig agiert, also nicht von Kapitalgebern eingekauft wurde.

 

Stada-Vorstand Matthias Wiedenfels erklärte, Vorstand und Aufsichtsrat akzeptierten das Votum der Aktionäre. »Wir betrachten diese Entscheidung auch als Vertrauensbeweis«, sagte er. Seine selbstgesetzten Wachstumsziele will Stada trotzdem erreichen und 2017 zwischen 2,28 und 2,35 Milliarden Euro Umsatz und bis zu 205 Millionen Euro Gewinn machen. 2019 sollen es dann bis zu 2,7 Milliarden Euro Umsatz und bis zu 270 Millionen Euro Gewinn sein. Dafür will das Unternehmen sein Markensegment weiter stärken, Kosten senken und internationaler werden. /

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