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Präventionskampagne

Kunst gegen Komasaufen

27.06.2016
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Von Annette Mende, Berlin / »Bunt statt blau« heißt eine Kampagne, mit der die Krankenkasse DAK Gesundheit Jugendliche für die Gefahren des Rauschtrinkens sensibilisieren möchte. Die Plakate des Wettbewerbs thematisieren die dunkle Seite des Alkohols – und sind dabei ästhetisch dennoch ansprechend.

Die Aktion »bunt statt blau« ist ein Plakatwettbewerb für 12- bis 17-jährige Schüler, an dem in diesem Jahr mehr als 7000 Jugendliche teilgenommen haben.

Schirmherrin Marlene Mortler (CSU), die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, sagte bei der Preisverleihung in Berlin: »Der Konsum von Alkohol ist in unserer Gesellschaft immer noch viel zu selbstverständlich. Alkohol bedeutet eben nicht nur Party, Spaß und Freude. Unsere Kinder wissen das und sind damit manchem Erwachsenen ein Stück voraus.«

Das Bild der Bundessiegerin Hannah Hauswald aus Lüneburg zeigt die Risiken exzessiven Alkoholkonsums sehr drastisch: Zu sehen ist ein junges Mädchen, das sich eine Wodkaflasche wie eine Pistole an die Schläfe hält, zusammen mit den Worten »Schieß dich nicht ab!« Die Assoziation ist gewollt, wie Hauswald erläuterte, es soll so aussehen, als ob das Mädchen Suizid begeht. »Mein Plakat zeigt, wie der Alkoholkonsum Lebensfreude und Hoffnung verdrängen kann«, sagte sie.

 

Etwas subtiler, dafür aber nicht weniger kunstvoll, transportiert das zweitplatzierte Bild von Marlene Braun und Isabel Monreal aus Fulda die Botschaft des Wettbewerbs. Sie malten einen Menschen, der von einer Flasche unter eine Wasseroberfläche gezogen wird, zusammen mit dem Satz »Lass dich nicht runter ziehen«.

Der Drittplatzierte, Fabio Bluhm aus Berlin, punktet weniger mit großen Malkünsten als vielmehr mit einem flotten Spruch: »Besser zu Oma anstatt ins Koma!« Adrienne Egger, die den Sonderpreis für jüngere Künstler erhielt, schuf mit ihrer Version einer kleinen Superheldin, die »against the blue« kämpft, eine Ästhetik, die an japanische Manga-Comics erinnert.

 

Laut DAK Gesundheit haben an der Aktion »bunt statt blau« seit ihrem Start im Jahr 2010 schon 80 000 Schüler teilgenommen. »Wir wissen aus Begleitstudien, dass die jungen Künstler durch den Wettbewerb anders mit Alko­hol umgehen als andere Jugendliche«, sagte DAK-Vorstandsvorsitzender Herbert Rebscher. So habe die Kampagne einen Beitrag dazu geleistet, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die als Alkoholopfer im Krankenhaus landen, seit zwei Jahren zurückgeht. /

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