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KiGGS-Studie

Deutschlands Kinder sind gesund

25.06.2014
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Von Annette Mende / Den allermeisten Kindern und Jugendlichen in Deutschland geht es gut. Gesundheitliche Probleme sind insgesamt selten, betreffen aber überdurchschnittlich häufig Heranwachsende aus Familien mit niedrigem sozioökonomischem Status. Das zeigen neue Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI).

KiGGS Welle 1 heißt die erste Folgeerhebung der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, die das RKI jetzt unter www.kiggs-studie.de veröffentlicht hat. Die ausgewerteten Daten stammen aus einer telefonischen Befragung von mehr als 12 000 0- bis 17-Jährigen beziehungsweise ihren Eltern aus den Jahren 2009 bis 2012. 

 

Ein Vergleich mit Ergebnissen der KiGGS-Basiserhebung aus den Jahren 2003 bis 2006, an der größtenteils dieselben Familien teilnahmen, erlaubt eine Aussage über die Entwicklung der Kindergesundheit in Deutschland in den vergangenen Jahren. Demnach ist der allgemeine Gesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen bis 17 Jahre in 94 Prozent der Fälle gut oder sehr gut. Die häufigsten Erkrankungen in dieser Altersgruppe sind Allergien; gegenüber der KiGGS-Basiserhebung sind die Zwölfmonats-Prävalenzen bei Asthma und Heuschnupfen leicht gestiegen, bei Neurodermitis dagegen gesunken. Unverändert sind Unfälle, zumeist im privaten Umfeld, eine der größten Gesundheitsgefahren für Kinder und Jugendliche, vor allem für Jungen. Ebenso gleich geblieben ist die Häufigkeit psychischer Auffälligkeiten, die bei 20,2 Prozent liegt.

 

Jungen und Mädchen mit niedrigem sozioökonomischem Status haben im Vergleich zu bessergestellten Kindern und Jugendlichen ein um den Faktor 3,4 beziehungsweise 3,7 erhöhtes Risiko für einen nur mittelmäßigen bis sehr schlechten allgemeinen Gesundheitszustand. Sie zeigen zudem häufiger psychische Auffälligkeiten, insbesondere ADHS, sind seltener sportlich aktiv und rauchen häufiger als Kinder aus Familien mit höherem Sozialstatus.

 

Positiver Trend

 

Insgesamt ist die Entwicklung beim Konsum legaler Drogen allerdings positiv zu bewerten: Nur noch 12 Prozent der 11- bis 17-Jährigen rauchen; das ist gegenüber 20,4 Prozent in der KiGGS-Basiserhebung nahezu eine Halbierung. Auch der Anteil der Jugendlichen, die angaben, jemals Alkohol getrunken zu haben, sank von 62,8 Prozent auf 54,4 Prozent, jedoch zeigen immerhin noch 15,8 Prozent der Jugendlichen einen riskanten Alkoholkonsum.

 

»Die KiGGS-Daten zeichnen insgesamt ein positives Bild der Gesundheitssituation und der gesundheitlichen Versorgung unserer Kinder. Sie zeigen aber auch, dass noch immer nicht alle Kinder von klein auf ausreichend gefördert werden. Deshalb wird die Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen in der Familie über die Kita bis in die Schule ein Schwerpunkt unseres Präventionsgesetzes sein«, kommentierte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe die Ergebnisse in einer Pressemitteilung des RKI. /

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