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IQWiG

Zwei Wirkstoffe ohne Zusatznutzen

26.07.2013
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Von Sven Siebenand / Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bescheinigt den Wirkstoffen Lixisenatid (Lyxumia®) und Vandetanib (Caprelsa®) keinen Zusatznutzen.

 

Bei dem Inkretin-Mimetikum Lixisenatid, das bei Typ-2-Diabetes zugelassen ist, kommt das IQWiG zu dem Schluss, dass sich aus dem eingereichten Dossier ein Zusatznutzen nicht ableiten lässt, weil der Hersteller für keines der möglichen Anwendungs­gebiete geeignete Daten vorgelegt habe.

 

Das bei einer aggressiven Form von Schilddrüsenkrebs eingesetzte Vandetanib ist nun schon zum zweiten Mal beim IQWiG gescheitert. Der Wirkstoff hat 2012 bereits ein erstes Verfahren der frühen Nutzenbewertung durchlaufen. Dabei hatte der Hersteller keine Daten für Patienten geliefert, für die der Wirkstoff zugelassen ist. Daher wurde damals der Zusatznutzen nicht anerkannt. Der Hersteller konnte allerdings eine Neubewertung beantragen und ein neues Dossier einreichen. In diesem hat er nun eine Auswertung von Daten für Patienten vorgelegt, die gemäß Zulassung behandelt wurden. Viel geholfen hat das nicht. Das IQWiG kommt zu folgendem Fazit: »Zwar gibt es bei einem Teil der Patienten, den Unter-65-Jährigen, einen Anhaltspunkt, dass Schmerzen später auftreten oder sich später verschlimmern. Allerdings kann aufgrund der insgesamt schlechten Datenlage zu Nebenwirkungen keine Aussage zur Schadensseite getroffen werden. Damit ist aber auch keine Abwägung zwischen positiven und negativen Effekten möglich, und deshalb ist ein Zusatznutzen von Vandetanib in der Gesamtschau nicht belegt.«

 

Bei beiden Wirkstoffen wird nun letztlich der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) einen Beschluss über das Ausmaß des Zusatznutzens treffen. In der Regel hält er sich dabei an die Empfehlungen des IQWiG. /

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