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Klinische Studien

Deutschland ist starker Forschungsstandort

21.06.2017  09:37 Uhr

Von Daniela Hüttemann / Nur in den USA werden noch mehr klinische Studien von Pharmafirmen begonnen als in Deutschland. Das hat der Verband forschender Pharmaunternehmen (vfa) mitgeteilt.

Der Verband bezieht sich dabei auf seine eigene Auswertung des öffentlichen Studienregisters clinicaltrials.gov. Demnach starteten in den USA im vergangenen Jahr 2306 klinische Studien auf Initiative von Unternehmen.

In Deutschland waren es 532, in Großbritannien 499, in Kanada 463, in Spanien 384 und in Frankreich 336.

112 der Studien in Deutschland waren Phase-I-Studien, bei denen neue Wirkstoffe, die zuvor nur an Tieren und in vitro getestet wurden, erstmals am Menschen zum Einsatz kamen. Bei den übrigen 420 Studien wurden Arzneistoffe zur Behandlung von 189 verschiedenen Erkrankungen in den Phasen II bis IV untersucht. Den größten Anteil hatten mit 25 Prozent Krebserkrankungen. Bei 24 Prozent der Studien ging es um Entzündungskrankheiten wie rheumatoide Arthritis oder Multiple Sklerose. Des Weiteren befassten sich 31 Studien mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 28 mit Infektionskrankheiten.

 

»Pharmaunternehmen leisten mit klinischen Studien einen wesentlichen Beitrag zur Förderung medizinischer Innovationen in der Gesundheitsversorgung«, sagte vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer. Die starke Stellung Deutschlands sei eine ausgezeichnete Grundlage für Forschung und Patientenversorgung. Die Teilnehmer hätten die Chance, mit einem neuen, innovativen Wirkstoff behandelt zu werden. Zudem würden sie, egal ob in Verum- oder Vergleichsgruppe, umfassender untersucht und intensiver betreut als in der Regelversorgung. Einschränkend ist zu sagen, dass eine Eintragung in das Studienregister clinicaltrials.gov nicht verpflichtend ist und es daher nicht alle laufenden klinischen Studien weltweit erfasst. /

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