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Bakteriämie durch Zähneputzen

16.06.2008  11:57 Uhr

Bakteriämie durch Zähneputzen

PZ / Nicht nur bei Zahnextraktionen, sondern schon beim täglichen Zähneputzen gelangen Bakterien aus dem Mund in die Blutbahn. Dies ergab eine Studie von Forschern um Peter Lockhart vom Carolinas Medical Center in Charlotte, USA. Die Mediziner hatten bei 209 Patienten vor, während und nach einer Zahnbehandlung Blut entnommen und auf Bakterien getestet, die Endokarditis auslösen können. Einem Teil der Patienten wurde ein Zahn gezogen und sie erhielten eine Antibiotikaprophylaxe, ein anderer Teil hatte eine Zahnextraktion ohne Prophylaxe. Bei einer dritten Gruppe ohne Extraktion bestand die Behandlung ausschließlich aus Zähneputzen. Nach der Extraktion war bei 60 Prozent der Patienten ohne Antibiotika mindestens eine Blutprobe positiv, mit Antibiotikaprophylaxe nur bei 33 Prozent. In der Zahnputzgruppe wies bei immerhin 23 Prozent der Patienten mindestens eine Probe Endokarditis-Erreger auf, berichten die Forscher im Fachjournal «Circulation» (Doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.107.758524). Für Menschen mit erhöhtem Risiko für Endokarditis ist daher Zähneputzen, da es täglich mehrfach erfolgt, vermutlich gefährlicher als eine einmalige Zahnextraktion, folgern die Autoren. Sich nicht die Zähne zu putzen sei aber keine Lösung. Je besser die Mundhygiene sei, desto geringer falle die Bakterienbesiedlung aus.

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