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Vertreterversammlung

Viel Applaus und neues Logo

20.06.2006
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Vertreterversammlung

Viel Applaus und neues Logo

PZ/ Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) konnte im Geschäftsjahr 2005 an die erfolgreiche Entwicklung der Vorjahre mit einer weiteren Ertragssteigerung anknüpfen. Kurz vor der Vertreterversammlung hatte die Bank ein neues Logo präsentiert.

 

Vorstandssprecher Günter Preuß präsentierte auf der Vertreterversammlung am 9. Juni in Neuss das Teilbetriebsergebnis vor Risikovorsorge mit den Worten: »Mit 259,1 Millionen Euro haben wir das Ergebnis des Vorjahres nicht nur um 25 Millionen Euro überschritten, sondern auch einen zweistelligen Zuwachs - wie nur wenige Banken - von 10,7 Prozent und damit das bisher beste Ergebnis der Bank erzielt.«

 

Entscheidend dazu beigetragen habe der Anstieg des Zinsüberschusses um 19 Millionen auf 465,4 Millionen Euro. Dies habe jedoch nichts mit der Preispolitik der Bank zu tun, was auch der weitere Rückgang der Zinsspanne belege, sondern beruhe auf dem anhaltend kräftig expandierenden Kreditgeschäft infolge des weiteren Zustroms neuer Kunden. Zudem sei der Zinsüberschuss durch erfolgreiche derivative Globalabsicherungen der Zinspositionen verbessert worden.

 

Einen zunehmend höheren Stellenwert messe man dem Provisionsüberschuss bei, der bei einem Plus von 30 Prozent inzwischen ein Niveau von rund 120 Millionen Euro und somit ein Viertel des Zinsüberschusses erreicht habe. »Damit sind wir unserem strategischen Ziel, mit dem Provisionsgeschäft, also zinsunabhängigen Erträgen, ein zweites, ernst zu nehmendes Ertrags-Standbein aufzubauen, ein gutes Stück näher gekommen«, stellte Preuß fest. Dies sei durch den Vertriebserfolg im klassischen Wertpapiergeschäft und bei den institutionellen Kunden sowie durch eine überzeugende Produktpalette möglich geworden. Das amerikanische Fondsanalysehaus Lipper habe vor kurzem die beiden Dachfonds »APO Forte« und »APO Piano« für ihre Ergebnisse über drei Jahre hinweg sowie die Tochtergesellschaft apoAsset ausgezeichnet.

 

Durch konsequente Optimierung interner Abläufe und Prozesse sei die Kostenentwicklung in Grenzen gehalten worden - trotz weiterer Personaleinstellungen und einer Verdichtung der Präsenz vor Ort durch neue Geschäftsstellen. Der Verwaltungsaufwand sei lediglich um 4,6 Prozent auf 324,1 Millionen Euro angestiegen. »Unsere Erträge wachsen also doppelt so stark wie unsere Kosten; wir nennen das schlicht »qualitatives Wachstum«, so der Vorstandssprecher. Wie effizient die Bank arbeitet, machte Preuß an der weiteren Verbesserung der Aufwandsrentabilität von 57,9 Prozent in 2004 auf 56,5 Prozent im Berichtsjahr deutlich.

 

Dass die Risikovorsorge trotz des kräftig ausgeweiteten Darlehensvolumens verringert werde, bedeute keinesfalls eine unkritischere Haltung bei der Risikoeinschätzung. Das bankinterne, auf Basel II ausgerichtete Rating ermögliche es, die Ausfallrisiken sehr viel präziser und früher zu bestimmen als in der Vergangenheit und insofern auch die Risikovorsorge genauer zu bemessen.

 

Aus der Hebung stiller Reserven im Zuge des Rechtsformwechsels der WGZ-Bank seien der apoBank außerordentliche Erträge zugeflossen, die zur Stärkung der Reserven verwendet wurden. Der Bilanzgewinn in Höhe von 105 (Vorjahr: 89,6) Millionen Euro wird - so der Beschluss der Vertreterversammlung - zur Ausschüttung einer unverändert hohen Dividende von 6 Prozent und zur Rücklagenzuführung verwendet. Damit stehen der Bank knapp 2,6 Milliarden Euro als haftendes Eigenkapital zur Verfügung, was einer Eigenkapitalquote von 11,7 Prozent entspricht. Die Zahl der Kunden habe sich im vergangenen Jahr um 11 500 auf 289.000 erhöht. Dieser Zugang an Neukunden und die damit verbundene Ausweitung des Darlehensneugeschäfts habe wesentlich zum Anstieg der Bilanzsumme um 8,4 Prozent auf 29,6 Milliarden Euro beigetragen. Wenngleich nicht die Quantität zähle, sondern die Qualität, so nehme man doch gern zur Kenntnis, dass die apoBank inzwischen seit mehr als 30 Jahren die Spitzenposition als größte genossenschaftliche Primärbank einnehme. Preuß schloss den Bericht über die Entwicklung der Bank mit der Zusicherung, dass der Erfolg des Geschäftsjahres 2005 nicht übermütig mache. Man wisse, dass in den kommenden Jahren erhebliche Herausforderungen ins Haus stehen. Diese zu bewältigen, werde mit »Business as usual« nicht gelingen. Deshalb werde die Bank für Veränderungen aufgeschlossen bleiben und ganz besonders die anstehenden Veränderungen im Gesundheitswesen aktiv und konstruktiv begleiten.

 

Bei seiner mit viel Beifall bedachten Rede ging Preuß auch auf das Umfeld der Bank ein und sparte nicht mit kritischen Anmerkungen zur Bundesregierung. Besorgt meinte er: »Dem aktuellen Regierungsbündnis winkt die historische Chance zu einem großen Wurf. Hoffentlich ist den Verantwortlichen von Union und SPD auch bewusst, dass diese Chance nicht in einer Kaskade von Kompromissen enden darf.« Mit besonderer Aufmerksamkeit wurden die Ausführungen zur Gesundheitspolitik verfolgt. Als Alternative zu dem bestehenden Gesundheitssystem, dass das Mittelmaß ebenso wie die Bürokratie fördere und junge Leistungsträger abschrecke, zeigte Preuß ein Modell auf, »das einen niedrigeren, aber verbindlichen Mindeststandard für die Versorgung setzt, das Wettbewerb bei Leistung und Preisen nicht verhindert, sondern anspornt, das Patienten und Ärzten die Freiheit der Wahl von Versorgungsstufen gibt und sie nicht in die Falle einer systemimmanenten Rationierung tappen lässt«.

 

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank hat im Rahmen ihrer Vertreterversammlung ein neues Logo und einen neuen Claim präsentiert. Die bisherige Bildmarke »A« wurde durch ein modernisiertes »a« aus der Bauhausschrift ersetzt. Gemeinsam mit dem ebenfalls in Kleinbuchstaben gehaltenen Namensschriftzug stellt das neue Logo eine harmonische Einheit dar.

 

»Das alte Logo wurde vor 30 Jahren entwickelt und nie verändert«, erläuterte Preuß. Seither hätten sich allerdings Grundeinstellungen, Ausdrucksformen, Rahmenbedingungen und nicht zuletzt die Bank selbst gravierend gewandelt. Insofern sei die bisherige Wort-Bild-Marke weder der Positionierung der Bank als Nummer eins der Finanzdienstleister im Heilberufssektor gerecht geworden, noch habe sie dem Selbstverständnis als modernes, dynamisches und innovatives Institut entsprochen. Man werfe mit der Änderung des Logos also keine Traditionen über Bord, sondern passe den Marktauftritt dem Erreichten und einer zukunftsorientierten Ausrichtung an.

 

Das Logo wird ergänzt durch den Slogan »Weil uns mehr verbindet.« »Dieser Claim bringt die besondere Nähe der apoBank zu ihren Kunden zum Ausdruck und unterstreicht, dass wir mit den Heilberufen in besonderer Weise verflochten sind. Denn wir sind deren standeseigene Bank«, so Preuß. Der Claim zeige, wie es ein Kunde ausgedrückt habe, dass es der Bank um mehr geht »als nur um Geld«.

 

Neuwahlen zum Aufsichtsrat

 

Bei den turnusmäßig anstehenden Neuwahlen zum Aufsichtsrat wurden Professor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe und Apotheker Hermann-Stefan Keller wiedergewählt. Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, der als Ersatzmitglied für den verstorbenen Dr. Dahlmann bestellt worden war, kandidierte nicht für eine Wiederwahl. Neu in den Aufsichtsrat wurde Dr. Helmut Pfeffer gewählt. In der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats wurde Dr. Wilhelm Osing einstimmig als Vorsitzender des Aufsichtsrats bestätigt.

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