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AMNOG-Report 2018

Viele neue Onkologika

13.06.2018
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Von Anna Pannen / Im vergangenen Jahr sind wieder besonders viele neue Krebsmedikamente auf den Markt gekommen. Das geht aus dem AMNOG-Report 2018 der DAK hervor. Die Krankenkasse analysierte dafür 186 Nutzenbewertungsverfahren, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) 2017 durchgeführt hatte. 57 Prozent aller dem G-BA zur Bewertung vorgelegten Wirkstoffe waren Onkologika. Damit hat sich ihr Anteil in den vergangenen vier Jahren fast verdoppelt.

 

59 Prozent aller vom G-BA bewerteten neuen Wirkstoffe haben 2017 laut DAK-Report einen Zusatznutzen erhalten, bei den Onkologika waren es 68 Prozent. Das ist etwas weniger als in den Vorjahren – von 2011 bis 2016 hatten jeweils 78 Prozent der neuen Krebsmedikamente einen Zusatznutzen bekommen.

Die DAK beklagte, Hersteller würden im Prozess der frühen Nutzenbewertung oft zu wenige Daten einreichen. Der G-BA habe 2017 ganzen 41 Prozent aller bewerteten Medikamente den Zusatznutzen aufgrund mangelhafter Datengrundlage absprechen müssen, heißt es im Report. In 39 Prozent der Fälle hätten zwar genügend, jedoch ungeeignete Daten vorgelegen.

 

Die Bewertung neuer Medikamente erfolge meist direkt nach Markteintritt und oft auf Basis unsicherer Daten, kritisierte DAK-Chef Andreas Storm. »Nicht jedes neue Medikament hält dann, was es verspricht«, monierte er. Die DAK wünsche sich mehr und belastbarere Daten von den Herstellern, vor allem zur Lebensqualität, so Storm weiter. So seien zwar in 76 Prozent der Nutzenbewertungen Daten zur Lebensqualität eingereicht worden – nur in jedem sechsten Verfahren seien diese jedoch zum Nutzennachweis geeignet gewesen.

 

Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen (vfa) kann die Kritik der DAK nicht recht nachvollziehen. vfa-Chefin Birgit Fischer erklärte, 87 Prozent aller neuen Krebsmedikamente sei seit Bestehen des AMNOG ein Zusatznutzen bescheinigt worden. Auf diese Zahl kommt der Verband, da er auch den nicht quantifizierbaren Zusatznutzen mit einrechnet. All diese Wirkstoffe hätten den Zusatznutzen nicht bekommen, wenn die Hersteller nicht aussagefähige Studiendaten eingereicht hätten, so Fischer weiter. »Die eingereichten Daten sind belastbar, sonst würden die Zulassungsinstanzen sie nicht akzeptieren«, so ihr Fazit. /

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