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Entlassmanagement

Ein großer Kraftakt

13.06.2018  09:55 Uhr

Von Jennifer Evans, Berlin / Die Technik muss funktionieren, damit das Entlassmangement für den Patienten erfolgreich ist. Das machte Professor Thomas Auhuber, Leiter Medizinmanagement im BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin, in seinem Vortrag beim Apothekerforum beim Hauptstadtkongress in Berlin deutlich. Wichtig sei, dass nicht nur die innerklinischen Systeme reibungslos liefen, sondern auch die externen Schnittschnellen entsprechend vernetzt seien.

 

Die ersten Hürden, seit der Rahmenvertrag für das Entlassmanagement Ende 2017 für die Krankenhäuser verbindlich gilt, waren Auhuber zufolge sehr praktischer Natur. Demnach hatte es in den meisten Häusern keine Drucker gegeben, die Rezepte in der richtigen Form bedruckten.

Kliniken müssen den Übergang vom stationären Aufenthalt in die Anschlussversorgung für ihre Patienten nahtlos gestalten. Dazu gehört die Verordnung mit Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmittel genauso wie dessen Einwilligung, dass seine Daten an andere Player der Versorgungskette weitergegeben werden dürfen. Auch muss die Klinik einen Medikationsplan erstellen.

 

Auhubers Erfahrung nach stellen die vielen neuen Dokumentationsformulare eine große Herausforderung im Alltag dar. Verunsicherung unter den Angestellten herrsche zudem darüber, wie das vom Gesetzgeber vorgesehene Überbrücken von Versorgungslücken sowie der patientenindividuelle Bedarf auszulegen sei. Auhubers praktischer Rat ist daher, die Gestaltungsspielräume des Gesetzes zu nutzen. Grundsätzlich ist er der Ansicht, dass mithilfe strukturierter Prozesse und dem richtigen Team das Entlassmangement erfolgreich wird. Dazu gehöre aber auch ausreichend viel Personal und der Einsatz aller digitalen Möglichkeiten, betonte er. /

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