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Zahl der Raucherkrankheiten um 30 Prozent gestiegen

07.06.2017  09:54 Uhr

Von Gerd Moser / In deutschen Krankenhäusern werden immer mehr lebensbedrohlich erkrankte Raucher behandelt.

 

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, wurden im Jahr 2015 fast 450 000 Patienten mit einer raucherspezifischen Erkrankung vollstationär behandelt: 182 496 Frauen und 267 308 Männer. Das sind insgesamt 30 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.

 

45 224 Menschen starben an Lungen- oder Bronchialkrebs. Damit war diese Erkrankung im Jahr 2015 die vierthäufigste Todesursache in Deutschland. An COPD, umgangssprachlich auch als Raucherlunge bezeichnet, starben 31 073 Menschen; das ist Rang 6 der häufigsten Todesursachen.

 

Zwar rauchen in Deutschland immer weniger Menschen industriell gefertigte Zigaretten, dafür aber immer mehr Selbstgedrehte, Pfeife und Wasserpfeife. Den Angaben des Statistischen Bundesamts zufolge wurden im Jahr 2007 pro Tag noch 251 Millionen versteuerte Zigaretten geraucht, 2016 waren es nur noch 205 Millionen Stück täglich. Im gleichen Zeitraum war aber eine Zunahme beim Konsum selbst gedrehter Zigaretten zu verzeichnen: der Verbrauch des dafür verwendeten Feinschnitts stieg von 61 auf 69 Tonnen pro Tag an. Der Konsum von Pfeifentabak nahm von vier auf sieben Tonnen täglich zu. Nach Angaben des Bundesamtes liegt der tatsächliche Verbrauch von Tabak deutlich höher, da nur versteuerte Tabakwaren in die Statistik einfließen. /

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