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Hirnaneurysmen reißen häufiger als gedacht

04.06.2014  09:42 Uhr

Von Christina Hohmann-Jeddi / Etwa ein Drittel aller Aneurysmen von Hirnaterien rupturieren im Verlauf eines Lebens und können gefährliche Hirnblutungen auslösen. Dabei scheint die Größe der Aussackung nicht der entscheidende Risikofaktor zu sein.


Das zeigen die Daten einer finnischen Untersuchung, die nun im Fachjournal »Stroke« veröffentlicht wurde (doi: 10.1161/STROKEAHA.114.005318). Forscher um Dr. Miikka Korja von der Neurochirurgischen Klinik der Universität Helsinki werteten die Daten von 118 Patienten mit unrupturiertem intrakraniellem Aneurysma aus, die zwischen 1956 und 1978 diagnostiziert wurden. 

Das mittlere Alter bei der Diagnose war 43,5 Jahre. Der Verlauf der Patienten wurde bis zu ihrem Tod oder bis zum Auftreten einer Hirnblutung verfolgt. Dabei wurden verschiedenen Risikofaktoren wie Größe und Anzahl der Aneurysmen, Alter, Geschlecht, Raucherstatus und Blutdruckwerte analysiert.

 

Im Laufe ihres Lebens rupturierte bei 34 der 118 Patienten das intrakranielle Aneurysma, was 29 Prozent entspricht. Das mittlere Alter bei Auftreten dieser Subarachnoidalblutung war 51,3 Jahre. Das Rupturrisiko eines Patienten hing dabei maßgeblich von den Faktoren Geschlecht, Rauchgewohnheiten und Größe der Gefäßaussackung ab. Das höchste Risiko hatten der Studie zufolge rauchende Frauen mit einem An­eurysma-Durchmesser von mehr als 7 mm. Bei Männern hatte die Größe der Aussackung dagegen weniger Aussagekraft. Das Risiko für eine Ruptur bei männlichen Nichtrauchern mit normalem Blutdruck war Korja und Kollegen zufolge ausgesprochen gering. Bislang wurde die Aneurysmen-Größe als Hauptrisikofaktor bei der Therapieentscheidung berücksichtigt. Diese Praxis stellen die finnischen Autoren nun infrage. Ihrer Meinung nach sollten auch die weiteren Faktoren mit einbezogen werden. /

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