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Großbritannien

Hohe Gehälter für Klinikmanager

07.06.2011
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Von Arndt Striegler, London / Während in Großbritannien immer mehr Apotheker und Ärzte über Einkommensverluste und unsichere Zukunftsaussichten klagen, steigen die Gehälter in der Gesundheitsverwaltung doppelt so stark wie die Inflationsrate. Das sorgt für Ärger. Die Apotheker fühlen sich von der Gesundheitspolitik im Stich gelassen.

Wie aus aktuellen Zahlen der Organisation Income Data Service (IDS) hervorgeht, verdient ein ranghoher Krankenhausmanager im staatlichen britischen Gesundheitsdienst, National Health Service, (NHS) durchschnittlich 158 000 Pfund (umgerechnet rund 196 000 Euro) brutto pro Jahr. Allein in den vergangenen zwölf Monaten ist das Gehalt der NHS-Klinikmanager demnach um fünf Prozent gestiegen. Das ist immerhin doppelt soviel wie die Inflationsrate.

 

Weniger Honorar für NHS-Ärzte

 

Gleichzeitig fürchten tausende NHS-Ärzte und Zahnärzte um ihren Arbeitsplatz. Viele Mediziner müssen außerdem Honorarkürzungen hinnehmen. Die Kürzungen im Gesundheitsetat belaufen sich auf Milliardenbeträge – eine direkte Folge der Wirtschaftskrise. Auch die britischen Apotheker klagen vielerorts über sinkende oder stagnierende Umsätze und geringere Gewinnspannen.

Laut IDS verdienen »Dutzende Krankenhaus­mana­ger inzwischen mehr als Premierminister David Cameron«. Und: »Es gibt NHS-Manager, die jährlich mehr als 250 000 Pfund (rund 310 000 Euro) verdienen«, so die Gutachter. Das Lon­doner Gesundheitsministerium dementierte diese Zahlen nicht, wies aber darauf hin, dass landes­weit Tausende Stellen in der Gesundheitsbüro­kra­tie abgebaut worden seien, um Kosten zu sparen. Laut IDS stiegen die Gehälter in der NHS-Verwaltung in den vergangenen fünf Jahren um 27 Prozent.

 

Apotheker- und Patientenverbände kommentier­ten die Zahlen kritisch. »In Zeiten der Geldknapp­heit sollten ranghohe Klinikmanager mit gutem Beispiel vorangehen und auf Zulagen verzichten«, so eine Sprecherin des britischen Patientenbundes Patients Association in London. »Je mehr Geld in die NHS-Verwaltung fließt, desto weniger Geld bleibt für die Patientenversorgung übrig.« Nach Informationen der Pharmazeutischen Zeitung plant das Londoner Gesundheitsministerium in den kommenden vier Jahren Einsparungen im NHS von rund 20 Milliarden Pfund (knapp 25 Milliarden Euro). Bis zu 40 000 NHS-Arbeitsplätze sollen abgebaut werden – da­runter auch Tausende Stellen für Ärzte und Krankenpflegepersonal. /

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