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Kaffee schützt vor Gicht

01.06.2007  13:19 Uhr

Kaffee schützt vor Gicht

Von Christina Hohmann

 

Ein hoher Kaffeekonsum senkt den Harnsäurespiegel im Blut und verringert dadurch das Risiko für Gicht. Dies ergaben zwei Studien eines kanadisch-amerikanischen Forscherteams, die jetzt veröffentlicht wurden.

 

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung mit erhöhten Harnsäurewerten im Blut. Die Ablagerung von Harnsäurekristallen in Gelenken kann zu starken Schmerzen führen. Da der Kaffeekonsum den Harnsäurespiegel im Blut beeinflusst, war auch ein Zusammenhang zum Gichtrisiko zu erwarten. Wie genau der Kaffeekonsum den Harnsäurespiegel und das Erkrankungsrisiko beeinflusst, haben Forscher der University of British Columbia in Kanada und der Harvard Medical School in den USA untersucht. Hyon Choi und seine Kollegen nahmen hierfür die Daten einer großen US-amerikanischen Gesundheits- und Ernährungs-Studie zu Hilfe. In dieser Untersuchung wurden zwischen 1988 und 1994 mehr als 14.000 Erwachsene zu ihren Ernährungsgewohnheiten, unter anderem auch zu ihrem Kaffeekonsum, befragt. Zusätzlich wurden Blutproben genommen, aus denen sich der Harnsäurespiegel ermitteln ließ.

 

Die Untersuchung der Daten ergab, dass der Harnsäurespiegel im Blut umso niedriger lag, je höher der Kaffeekonsum war. Kaffee senkt also die Harnsäurekonzentration. Dies geht aber nicht auf das Coffein im Kaffee zurück, denn weder der Teekonsum noch andere coffeinhaltige Getränke wie Cola beeinflussen diesen Wert. Interessanterweise senkt aber der Konsum von entcoffeiniertem Kaffee den Harnsäurespiegel, berichten die Forscher im Fachjournal »Arthritis Care and Research« (Doi: 10.1002/art.22762). Daraus folgern die Wissenschaftler, dass andere Bestandteile des Kaffees für diese Wirkung verantwortlich sind.

 

Dass sich der Kaffeekonsum auch auf das Risiko, an Gicht zu erkranken, auswirkt, zeigt eine andere Langzeitstudie. Bei der »Health Professionals Follow-up Study« nahmen 45 869 Männer aus Heilberufen teil, die seit 1986 medizinisch untersucht und auch zu ihren Lebensgewohnheiten befragt wurden. Unter anderem mussten sie ihren täglichen Kaffeekonsum angeben.

 

In den ersten zwölf Jahren erkrankten 757 Teilnehmer an Gicht. Dabei hatten Männer, die täglich vier bis fünf Tassen Kaffee tranken ein um 40 Prozent niedrigeres Erkrankungsrisiko als Männer, die keinen Kaffee tranken. Wer sechs oder mehr Tassen täglich konsumierte, hatte ein um 59 Prozent reduziertes Risiko, berichten Choi und seine Kollegen im Fachjournal »Arthritis and Rheumatism« (Doi: 10.1002/art.22712). Hohen Kaffeekonsum als Gichtprävention wollen die Wissenschaftler aber nicht empfehlen.

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