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WHO

Sepsis wird Topthema

31.05.2017
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Von Daniela Huüttemann / Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) macht Sepsis zu einem ihrer vordringlichen Themen. Die Hauptversammlung der WHO verabschiedete eine Resolution zur besseren Prävention, Diagnose und Behandlung der von Laien oft als Blutvergiftung bezeichneten systemischen Entzündungsreaktion.

 

Dabei reagiert der Körper sehr stark auf eine Infektion, Organe und Gewebe können schweren Schaden nehmen. Vor allem Bakterien, aber auch Viren, Pilze und Parasiten können eine Sepsis auslösen. Wird dieser kritische Zustand nicht früh genug erkannt und behandelt, endet er fast immer tödlich. Der WHO zufolge entwickeln schätzungsweise 31 Millionen Menschen jährlich eine Sepsis, von denen 6 Millionen sterben. Die Mehrzahl dieser Todesfälle sei vermeidbar.

In den Industrieländern haben die Fallzahlen im vergangenen Jahrzehnt jährlich um 5 bis 13 Prozent zugenommen und Sepsis fordert nun mehr Todes­opfer als Darm- und Brustkrebs zusammen, so die Global Sepsis Alliance (GSA). Insbesondere in Deutschland liege die Sterblichkeit im Vergleich zu einigen anderen Industrieländern überdurchschnittlich hoch, so der GSA-Vorsitzende Professor Dr. Konrad Reinhart vom Uniklinikum Jena. »Sepsis ist die Nummer eins bei den vermeidbaren Todesfällen.« Die Resolution sei ein Meilenstein zur Erhöhung der Patientensicherheit auf der ganzen Welt.

 

Die WHO hat nun rund 4,1 Millionen Euro bereitgestellt, um die Resolution umzusetzen. Bis 2018 soll die Organisation einen Bericht zur Sepsis und ihren Auswirkungen weltweit erstellen und den 194 Mitgliedsstaaten helfen, die Prävention, Diagnose und Behandlung zu verbessern. Insbesondere soll die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen eingedämmt werden. Laut Resolution ist Sepsis die lebenswichtigste Indika­tion für den verantwortungsvollen Einsatz effektiver Antibiotika.

 

Ärzte und Pflegekräfte sollen besser geschult werden, um eine Sepsis zu erkennen und adäquat zu behandeln. Sepsis sei immer ein Notfall, der unverzügliches Handeln erfordert. Auch Laien sollen besser über die Erkrankung aufgeklärt werden. Sepsisfälle sollen besser dokumentiert werden und Impfungen als Prävention von Erkrankungen weiter gefördert werden. Zudem soll Geld in die Erforschung neuer Methoden zur Diagnose und Behandlung fließen. /

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