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Typ-2-Diabetes

Endoskopisches Verfahren zur Blutzuckersenkung

27.05.2015  09:34 Uhr

Von Christina Hohmann-Jeddi / Ein endoskopisches Verfahren, bei dem die Schleimhaut im Zwölffingerdarm verschorft wird, befindet sich zurzeit in der klinischen Erprobung zur Therapie von Typ-2-Diabetikern.

 

Es soll die Blutzuckereinstellung verbessern. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin in einer Pressemitteilung hin. »Dem neuen endoskopischen Verfahren geht die Beobachtung voraus, dass fettleibige Menschen mit Typ-2-Diabetes, die durch eine Bypass-Operation abnehmen wollen, nicht nur ihr Körpergewicht, sondern auch ihren Diabetes verlieren«, sagt Professor Dr. Horst Neuhaus vom Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf. 

Bei einer Bypass-Operation verbindet der Chirurg den Magen direkt mit dem oberen Dünndarm. Der Speisebrei fließt dann am Zwölffingerdarm vorbei. »Bei den meisten Patienten normalisiert sich der Blutzucker, noch bevor sie wesentlich an Gewicht verlieren«, so der Experte. Die genauen Zusammenhänge seien nicht bekannt. »Hormone, die beim Durchtritt des Speisebreis in der Schleimhaut des Zwölffingerdarms gebildet werden, spielen aber offenbar eine wichtige Rolle«, sagt Neuhaus. »Diese Inkretine regen in der Bauchspeicheldrüse die Ausschüttung von Insulin an, was längerfristig zu einer Insulinresistenz führt.«.

 

Um die übermäßige Freisetzung stoffwechselaktiver Hormone aus der Schleimhaut des Zwölffingerdarmes zu verhindern, könnten Ärzte in Zukunft auf einen nicht operativen Eingriff setzen. Dafür hat eine US-Firma einen speziellen Ballon entwickelt. »Dieser Ballon wird mit einem Endoskop durch den Zwölffingerdarm geschoben«, erläutert Neuhaus. »Durch eine kurzzeitige Erhitzung wird dabei die Schleimhaut verschorft, während tiefer liegende Schichten der Darmwand verschont bleiben.« Das Verfahren ist bereits in einer ersten Pilotstudie in Chile an 30 Patienten erprobt worden. Die Ergebnisse waren laut des Experten vielversprechend. »Der Blutzucker-Langzeitwert HbA1c sank von 9,2 Prozent auf 7,1 Prozent, was die Wirkung der meisten Blutzucker senkenden Medikamente übertrifft. Die Wirkung scheint auch längerfristig anzuhalten, sodass die Behandlung möglicherweise nur selten wiederholt werden müsste.

 

Das neue Verfahren wird derzeit an mehreren klinischen Zentren in Europa überprüft. Neben dem Evangelischen Krankenhaus in Düsseldorf beteiligen sich zwei weitere deutsche Kliniken an der Untersuchung. Wenn sich die Ergebnisse der Pilotstudie bestätigen sollten, könnte das Therapiekonzept für viele Typ-2-Diabetiker infrage kommen, so Neuhaus. /

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