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Gefährliches Duo

Diabetes mellitus und Herzschwäche

Zu den schwerwiegendsten Diabetes-Folgen zählt die Herzinsuffizienz, an der Diabetiker mehr als doppelt so häufig wie stoffwechselgesunde Menschen erkranken. Experten empfehlen, Risikopatienten regelmäßig auf Herzschwäche zu screenen – und bestimmte Antidiabetika einzusetzen.
Christiane Berg
13.10.2020  11:00 Uhr

Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist bei Männern mit Diabetes mellitus zwei- bis vierfach, bei Frauen sogar bis zu sechsfach erhöht. »Die Herzinsuffizienz gilt als häufigste kardiovaskuläre Folgeerkrankung des Diabetes«, so Professor Dr. Nikolaus Marx, Sprecher des Ausschusses Herz, Diabetes und Hormone bei der Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). Besonders fatal sei, dass die Herzinsuffizienz bei Diabetikern oft zu spät erkannt wird und somit auch deutlich komplizierter verläuft. »Von dieser kardiovaskulären Erkrankung sind deutlich mehr Diabetes-Patienten betroffen als bislang angenommen«, betont der Kardiologe und Intensivmediziner mit Verweis auf besonders schlechte Überlebensprognosen.

Gleichermaßen leiden umgekehrt zwischen 25 und 40 Prozent der Patienten mit einer Herzinsuffizienz an einem ebenfalls oft unerkannten Diabetes mellitus. »Liegt eine Herzinsuffizienz vor, sollte immer auch auf einen Diabetes mellitus untersucht werden. Diabetes mellitus und Herzinsuffizienz dürfen nicht unabhängig voneinander betrachtet, sondern müssen als gefährliches Duo gesehen werden«, betont Marx. Die zugrunde liegenden pathophysiologischen Zusammenhänge seien noch nicht vollständig geklärt. »Vermutlich spielen Veränderungen vor allem im Calcium- und Energiestoffwechsel des Herzmuskels eine Rolle«, so der Kardiologe. Neuen Erkenntnissen zufolge trage dazu nicht nur die Schädigung der Gefäße und Organe durch den erhöhten Blutzucker selbst, sondern auch die bei Typ-2-Diabetikern häufig zu beobachtende Fettleber bei.

Mit Verweis auf die körperliche Brisanz der Kombination von Diabetes mellitus und Herzinsuffizienz hebt auch Professor Dr. Ralf Lobmann, Direktor der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie am Klinikum Stuttgart, die Bedeutung der stringenten leitlinienorientierten medikamentösen Therapie hervor.

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