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Examensfeier Mainz

Praxisteil kann kommen

26.05.2014  16:23 Uhr

Von Felix Spenkuch, Mainz / Für 19 frischgebackene Pharmazeuten der Universität Mainz war am 17. April der große Tag gekommen: Im Max-Planck-Institut für Polymerchemie sollten sie, unter musikalischer Begleitung von Marlene Crone und Kefei Wu, ihr Zweites Staatsexamen feiern.

Professor Dr. Thomas Efferth vom Institut für Pharmazie und Biochemie hieß die Anwesenden willkommen und beglückwünschte die erfolgreichen Absolventen zum Erreichen eines neuen Lebensabschnitts, an dem sie innehalten, das Erreichte reflektieren und sich über die berufliche Ausrichtung Gedanken machen sollten. Trotzdem seien die Absolventen jederzeit im Institut willkommen, falls sie »mal wieder etwas Laborluft schnuppern wollten«. Als Vorbild empfahl Efferth Noah Gordons Medicus, der trotz Missgunst und Misstrauen daran festhielt, die arabische Medizin in England zu etablieren. Auch ein Dank an Redner, Sponsoren und Eltern durfte nicht fehlen, bevor Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz und der Bundesapothekerkammer, das Wort ergriff. Kiefer betonte, die Absolventen seien zwar berufsfähig, aber noch lange nicht berufsfertig. Schließlich höre das Lernen ein Leben lang nicht auf. Auf dem Weg zum Apotheker habe man nun das »Risiko mit allen Chancen« und sei in vielfältigen Einsatzgebieten gefragter denn je. Im kommenden Praktischen Jahr (PJ) mögen sich die Absolventen darauf einstellen, »Zufriedenheit aus beruflicher Beziehung mit Menschen zu ziehen«.

Werner Keggenhoff, Präsident des Landesamts für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz, rief die Absolventen dazu auf, ihr »theoretisches Wissen in der Praxis zu erproben« und Beratung, die das deutsche Apothekersystem sichere, praktisch zu lernen. Dr. Michael Stein, Geschäftsführer der DPhG, betonte, dass die Breite des Studiums das Interessante sei und empfahl den Absolventen im PJ »zu entscheiden, wo das Herz schlägt«.

 

Qualität im Fokus

 

Den Festvortrag »Die Entwicklung des Qualitätsbegriffes – Der Weg von der Erkenntnis zur Exzellenz« hielt, unter den wachsamen Augen seines Doktorvaters, Emeritus Professor Dr. Friedrich Moll, Dr. Helmut Bender von Boehringer Ingelheim. Bender betonte, der Beruf des Apothekers sei für ihn immer noch der schönste der Welt, was auch für das Studium gelte, in dem er schließlich seine Frau kennengelernt habe. Auch in der Qualitätssicherung ziehe er seine Motivation und Zufriedenheit aus der Zusammenarbeit mit Menschen. Kurz und knapp gelte: »Qualität ist, wenn der Kunde wiederkommt«. Ausführlicher definiere sich unternehmerische Qualität aus einem Dreieck von Wünschen des Kunden, Unternehmenswünschen und den Fähigkeiten des Unternehmens. Hierbei führe zunehmendes Qualitätsmanagement zu sinkenden Kosten, bis Überregulierung die Kosten wieder in die Höhe treibe. Allerdings sei Qualität relativ und vor allem durch Menschen und deren Verhalten bestimmt. Eine noch so gute Dokumentation reiche nicht aus, es benötige auch eine »speak-up culture«. In einer solchen Kultur könne sich jeder offen und ohne Nachteile befürchten zu müssen in das Qualitätsmanagement einbringen. Es brauche eine undokumentierte Qualitätskultur, in der sich jeder für Qualität verantwortlich fühle.

Zu guter Letzt war es Zeit für das große Händeschütteln bei der Zeugnisvergabe. Besonders freuen durften sich Katharina Diehl und Anke Heinrich als beste Absolventinnen des Semesters. Für einen unerwarteten Abschluss sorgte Dominik Jacob im Namen der Fachschaftsvertretung: Er dankte dem Absolventen Aryo Dag, der als »Säule der Fachschaft« in seinem zweiten Zuhause, dem Fachschaftsraum, auch zu den unmöglichsten Uhrzeiten auf Fragen und Probleme stets eine Antwort parat hatte. Dag gab zu, mit Leib und Seele Fachschaftler gewesen zu sein, bedankte sich bei den Eltern für die Unterstützung und hob die Menschen des Instituts hervor. Eben diese waren nun reichlich sprachlos, als sie einer nach dem anderen auf die Bühne gerufen und mit einem kleinen Präsent bedacht wurden: Dr. Joachim Arend, Kristine Boesler-Uzman, Stefan Hoppe, Dr. Werner Kiefer, Dr. Thomas Lemster, Georg Zeller sowie die anwesenden Professoren Thomas Efferth, Irene Krämer, Peter Langguth und Tanja Schirmeister. /

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