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Nur wenige Repellentien schützen effektiv

27.05.2014  09:30 Uhr

Von Christina Hohmann-Jeddi / Vier von 21 Mückenschutzmitteln haben in einer Untersuchung von Stiftung Warentest eine gute Wirkung gezeigt. Das berichtet die Stiftung in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift »Test«.

Lukas fegt den Hof und winkt schon fröhlich von Weitem. Der 24-Jährige hilft bei seinen Eltern auf dem Hof, kümmert sich um Wohnanlagen und Gärten. »Jeden Tag bin ich draußen, auch im Winter. Dann muss ich eben durch den Tiefschnee«, erzählt er. ­Besonders die Arbeit in der Landwirtschaft, Maschinen zu bedienen und Traktor zu fahren, macht ihm Spaß. Nach der Arbeit spielt er gerne am Computer. Ein Alltag, den er wahrscheinlich mit vielen Gleichaltrigen teilt. Doch dass das so normal ist, ist für Lukas und seine Familie nicht selbstverständlich.

Die vier besten Mittel wehren sowohl die südliche Hausmücke als auch Gelbfieber- und Malaria­mücken zuverlässig ab, im Idealfall acht Stunden lang. Andere schützen nur teilweise oder sind sogar völlig wirkungslos.

Um zu testen, wie gut die Präparate schützen, hielten sich Probanden in Räumen auf, die entweder mit Exem­plaren der tagaktiven Gelbfiebermücke (Aedes aegypti), der Malariamücke (Anopheles gambiae) oder der südlichen Hausmücke (Culex quinquefas­ciatus) besetzt waren. Dann wurde die Zeit bis zum ersten, zweiten und dritten Stich gemessen – jeweils mit denselben fünf Probanden, erklärt Projektleiter Hans-Peter Brix. Einige Mittel hatten ihm zufolge eine derart geringe Wirkung, »dass es schon ärgerlich ist«.

 

Von den getesteten Sprays, Schäumen oder Lotionen schnitten fünf mit »mangelhaft«, neun mit »ausreichend« ab und drei erhielten ein »Befriedigend«. Vier Produkte überzeugten die Tester und erhielten die Bewertung »gut«. Testsieger wurde das Präparat Autan® Insektenschutz Protection Plus mit dem Wirkstoff Icaridin mit der Gesamtnote 2,0. Die beste Schutzwirkung, aber auch nennenswerte Nebenwirkungen wiesen die DEET-haltigen Präparate Anti Brumm® Forte und Nobite® Hautspray DEET 50 % auf. Sie erreichten in der Schutzwirkung immerhin ein »Sehr gut«, reizten aber die Schleimhäute. Ebenfalls mit »gut« schnitt das Präparat Anti Brumm Naturel mit dem Wirkstoff para-Menthan-3,8-diol ab.

 

Völlig ineffizient sind laut Stiftung Warentest Mückenarmbänder. Diese sollen ihre Träger durch ätherische Öle – je nach Produkt – Stunden bis Wochen gegen Mückenstiche schützen. Die sechs geprüften Produkte konnten die stechfreudigen Insekten aber nicht vertreiben, geschweige denn Stiche verhindern. Beim besten Armband dauerte es im Schnitt 29 Sekunden bis zum dritten Stich. »Nutzlose Accessoires«, die auch nicht ganz preisewert sind, lautet daher das Fazit der Tester. Die Armbänder kosten zwischen 20 Cent und 16 Euro. / 

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