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EMA sagt Medikationsfehlern den Kampf an

27.05.2013  18:46 Uhr

Von Annette Mende / Die europäische Arzneimittelagentur EMA will gezielter als bisher gegen Medikationsfehler vorgehen. Sie legte dazu jetzt Empfehlungen vor, die Mitarbeiter staatlicher Regulierungsbehörden, Patienten- und Ärztevertreter, Wissenschaftler und Mitarbeiter von Pharmafirmen auf einem Workshop Ende Februar erarbeiteten.

Demnach sollte zunächst der Begriff des Medikationsfehlers auf europäischer und internationaler Ebene einheitlich definiert werden. Zudem sollten nationale Behörden, die EMA und die EU-Kommission bei der Erfassung von Medikationsfehlern und Beinahe-Fehlern enger zusammenarbeiten. Nötig sei auch die Entwicklung neuer Methoden zur Erfassung von Medikationsfehlern durch das Zusammenführen und die Analyse von Daten. Während der gesamten Lebensspanne eines Arzneimittels, beginnend vor der Zulassung des Präparats, müssten Medikationsfehler systematisch erfasst und wenn möglich verhindert werden. Dazu müssten Patienten und Heilberufler für das Problem stärker als bisher sensibilisiert und Möglichkeiten zur Vermeidung von Medikationsfehlern stärker erforscht werden.

 

Medikationsfehler sind laut einem Report des Workshops für 19 bis 56 Prozent aller unerwünschten Arzneimittelereignisse (UAE) bei Krankenhauspatienten verantwortlich. Nicht jeder Medikationsfehler führe zu einem UAE, aber wenn das der Fall sei, könne er schweren Schaden anrichten. Laut einer Definition der Good Pharmacovigilance Practices (GVP) ist ein Medikationsfehler jeder unbeabsichtigte Fehler in der Verordnung, Abgabe oder Verabreichung eines Arzneimittels, der unter der Kontrolle eines Heilberuflers oder Patienten passiert. Seit Juli 2012 sollen alle UAE, die möglicherweise mit einem Medikationsfehler zusammenhängen, in der EU-Datenbank EudraVigilance unter www.adrreports.eu gemeldet werden. /

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