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Appell für eine rauchfreie WM

30.05.2006  17:46 Uhr

Appell für eine rauchfreie WM

von Conny Becker, Berlin

 

Anlässlich des Welt-Nichtrauchertags am 31. Mai hat die Deutsche Krebshilfe gefordert, das Rauchen in WM-Stadien zu verbieten.

 

In offenen Briefen an Franz Beckenbauer, Präsident des Organisationskomitees, und FIFA-Präsident Joseph S. Blatter appellierte die Organisation daran, »dass auch unsere Gäste sich auf den Gesundheitsschutz verlassen können« sollten. Mehr als 250 Organisationen weltweit unterstützen die Forderung, darunter die World Health Professional Alliance, zu deren Mitgliedern die Internationale Pharmazeutische Föderation (FIP) zählt.

 

Einer Vereinbarung zwischen der FIFA und der WHO aus dem Jahr 2002 zufolge »muss Tabak in jeder Form von allen Fußballereignissen ferngehalten werden, die mit der FIFA assoziiert sind«, informierte Dr. Annette Bornhäuser von der Internationalen Gemeinschaft gegen Krebs auf einer Pressekonferenz in Berlin. So war bereits die WM 2002 in Japan und Südkorea rauchfrei und auch die WM 2010 in Südafrika wird es sein. Dass die Vereinbarung in Deutschland außer Kraft gesetzt wird, liege daran, dass den nationalen Komitees gewisse Freiheiten gewährt werden, erklärte Dr. Uwe Prümel-Philippsen vom »Aktionsbündnis Nichtrauchen«.

 

Während etwa auch die Olympischen Spiele rauchfrei ablaufen, wird bei der WM in Deutschland bisher nur auf die freiwillige Abstinenz der Raucher gesetzt. Dies passt zu der wenig rigorosen Tabakpolitik der Regierung. Deutschland ist neben Dänemark und Luxemburg das einzige EU-Land, dass keine gesetzliche Regelung bezüglich rauchfreier öffentlicher Einrichtungen hat. Zudem weigere sich Deutschland nach wie vor, die EU-Richtlinie zum Tabakwerbeverbot in nationales Recht umzusetzen, was künftig Bußgelder nach sich ziehen könnte, so Prümel-Philippsen.

 

Das eigentliche Motto des Welt-Nichtrauchertages lautete in diesem Jahr: »Tabak: Tödlich in jeder Form«. Die WHO will damit darauf hinweisen, dass nicht nur das Rauchen von Zigaretten, sondern auch das von Wasserpfeifen, Nelkenzigaretten oder indischen Bidis ein erhebliches Gesundheitsrisiko birgt. Weltweit sterben jährlich etwa fünf Millionen Menschen an den Folgen von Tabakkonsum.

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