Pharmazeutische Zeitung online
Pharma4u

Vielseitigkeit als Erfolgsgeheimnis

22.05.2017
Datenschutz bei der PZ

Von Carolin Gieck / Abiturienten, Pharmaziestudenten sowie ­Approbierte als eine gemeinsame Zielgruppe: Das ist mutig. ­Dennoch ist es Pharma4u mit mehr als 30 000 registrierten ­Mitgliedern gelungen, eine vollintegrative Plattform aufzubauen, die genau diesen Spagat meistert. Das Angebot reicht von Datenbanken über Lernprogramme und Webinare bis hin zu Online-Tools für die Rezeptur. Dadurch ist für jeden Nutzer etwas dabei.

In der heutigen Zeit gehört es einfach dazu, kurz etwas im Internet nachzulesen oder in Foren um Rat zu fragen. Wäre es da nicht naheliegend, eine gemeinsame Plattform für Apotheker und solche, die es werden wollen, zu bieten? 

 

Genau das dachten sich auch die Gründer von Pharma4u, als sie im Jahr 2010 mit dem Aufbau des Pharmazienetzwerkes begannen und 2011 online gingen. »Pharma4u ist ursprünglich als Wissensplattform hauptsächlich für Pharmaziestudierende und Pharmazeuten im Praktikum an den Start gegangen«, informiert Ulrich Brunner im Gespräch mit der Pharmazeutischen Zeitung. Brunner ist Geschäftsführer von Pharma4u und selbst Apotheker. Das Angebot wurde stetig erweitert, sodass nun auch zunehmend Approbierte und PTA die Website für ihre Arbeit in der Offizin nutzen. Mittlerweile umfasst das Unternehmen 15 fest angestellte Mitarbeiter sowie 21 sogenannte Kompetenzmanager, die jeweils ein Forum betreuen. Es liegt auf der Hand, dass ein solcher umfangreicher Service finanziell nicht ohne Unkostenbeiträge zu stemmen ist. Zahlreiche Inhalte sind aber auch kostenlos verfügbar.

 

Fit für das erste ­Staatsexamen

 

Viele Studenten lernen Pharma4u zum ersten Mal bei der Prüfungsvorbereitung auf das erste Staatsexamen mit den Multiple-Choice-Klausuren lernen. Die kommentierten Prüfungsfragen von Pharma4u haben sich längst als große Hilfe unter Studierenden herumgesprochen. Zwar benötigt man dafür eine Premium-Mitgliedschaft, die jährlich 60 Euro kostet, doch die Hintergrundinformationen zu den Fragen erleichtern das Pauken und sind zeitsparend und äußerst effektiv. »Rund 80 Prozent aller Studenten im ersten Ausbildungsabschnitt entscheiden sich daher für einen Premium-­Account und nutzen dieses Tool«, so Brunner. Besonders beliebt ist auch der Lösungs-Service von Pharma4u. Denn die Referenten der bekannten Ravati-Seminare beantworten schnell die aktuellen Fragen des Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen und machen das Warten auf die Prüfungsergebnisse dadurch erträglicher. Denn so ist eine Einschätzung möglich, mit welchem Ergebnis das Examen abgelegt wurde. Zwar sind die Musterlösungen ohne Gewähr. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass maximal ein bis zwei Antworten schwanken. Studenten können sich für diesen Service übrigens auch ohne Premium-Account kostenfrei registrieren.

 

Ist das erste Staatsexamen geschafft, stehen den Nutzern neben beispielsweise Wirkstoffprofilen auch webbasierte Prüfungstrainer für das zweite und dritte Examen zur Verfügung. »Beide sind als Karteikartentrainer aufgebaut und werden regelmäßig mit neuen Fragen erweitert«, erklärt Brunner. Der Trainer für das dritte Examen umfasst mehr als 600 Fragen und kann bequem vom Smartphone bedient werden.

 

Schneller Zugriff auf viele Informationen

 

Für frischgebackene Apotheker ist die Qual der freien Berufswahl erst einmal ungewohnt. Promovieren? Fachapotheker? Oder doch direkt als Filialleiter oder gar mit einer Existenzgründung den Sprung ins kalte Wasser wagen? Auf der Website von Pharma4U finden Interessierte viele Informationen, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Wer zum Beispiel mit einem Doktortitel liebäugelt, wird auch die Vorstellung der verschiedenen Arbeitskreise und Forschungsthemen zu schätzen wissen.

 

Darüber hinaus finden in regelmäßigen Abständen Onlineseminare statt. Durchschnittlich loggen sich zwischen 200 und 500 User zu den Live-Terminen ein. Diese Seminare sind nicht nur an Studenten gerichtet. Die Inhalte sind zum Beispiel auch für Apotheker und Pharmazeuten im Praktikum interessant. Dabei legt Pharma4u besonderen Wert auf aktuelle Themen. Sämtliche Webinare werden aufgezeichnet und können so auch zu einem späteren Zeitpunkt verfolgt werden. Einmal im Monat gibt es zusätzlich ein Webinar zum Thema Rezeptur. Die Serie ist bei der Bundesapothekerkammer als Fortbildung akkreditiert. Dadurch lassen sich bequem von zu Hause aus Fortbildungspunkte sammeln.

 

Ist ein Hilfsmittel zum Gebrauch oder war es doch zum Verbrauch? Und wie war das noch gleich mit Rezepten zulasten der Bundespolizei? Um Retaxationen zu vermeiden, unterstützt das sogenannte Tax-ikon den Apotheker bei der Rezeptprüfung. Kurz und prägnant reicht das Alphabet von A wie Abgabedatum bis hin zu Z wie Zuzahlung. Auch Hinweise zu praktischen Themen wie Betäubungsmittelbelieferung und Gefahrstoffe stehen zur Verfügung.

 

Plausicheck+ sehr beliebt

 

In der Offizin erleichtert insbesondere auch das Online-Tool »Plausicheck+« den Alltag. Zwar ersetzt der Plausibilitätscheck für Rezepturen nicht den pharmazeutischen Sachverstand. Doch Parameter wie Konservierung, Unbedenklichkeit, bekannte Inkompatibilitäten, Stabilität und pH-Werte werden mit dem Tool automatisiert überprüft. Anhand einer Handlungsempfehlung gemäß Neuem Rezeptur-Formularium (NRF) kann der Apotheker dann sicher und zügig die Rezeptierbarkeit einer Rezeptur beurteilen. Auch Aufbrauchfristen sind kein Problem mehr. Die Prüfung, aber auch individuelle Herstellungsanweisungen sowie -Protokolle lassen sich sofort drucken und als PDF-Datei abspeichern. Brunner: »Inzwischen wurden mit dem Plausicheck+ weit mehr als eine Million Rezepturen geprüft und dokumentiert«.

 

Der Apotheker verrät zudem, dass in Kürze ein weiteres Modul im Bereich Labor, Rezeptur und Defektur eingeführt werden soll: Labor+. Momentan laufen die Vorbereitungen dafür auf Hochtouren. »Mehr dazu gibt es bald auf der Website von Pharma4u«, sagt Brunner. /

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