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WHO

Auf der Suche nach neuen Zielen

20.05.2015
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Von Annette Mende / Trotz enormer Fortschritte werden einige der sogenannten Milleniumsziele, die sich die Weltgemeinschaft bis zum Ende 2015 gesteckt hatte, nicht erfüllt werden. Das zeigen die weltweiten Gesundheitsstatistiken, die die Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlicht hat. Nun sollen neue Ziele vereinbahrt werden.

Mit den im Jahr 2000 vereinbarten Milleniumszielen wollte die WHO die Aufmerksamkeit auf drängende Gesundheitsprobleme lenken und deren Lösung forcieren. Beim Zugang zu sauberem Trinkwasser wurde das gesteckte Ziel bereits 2010 erreicht. 

 

Sollte sich der gegenwärtige Trend fortsetzen, könnte das auch im Fall der HIV-, Malaria- und Tuberkulose-Epidemien funktionieren, bei denen eine Trendumkehr zu beobachten ist.

 

Auf anderen Gebieten, etwa bei der kindlichen Unterernährung, der Mütter- und Kindersterblichkeit sowie dem Zugang zu sanitären Anlagen, sind große Fortschritte zu verzeichnen, aber die gesteckten Ziele werden wohl verfehlt. So wurde sowohl die Mütter- als auch die Kindersterblichkeit von 1990 bis 2013 laut Informationen der WHO halbiert. Angestrebt wurde aber eine Reduktion um 75 Prozent.

 

WHO-Direktorin Dr. Margaret Chan zeigte sich erfreut über die Entwicklung. Die Milleniumsziele hätten die Aufmerksamkeit auf wichtige Handlungsfelder der Gesundheitspolitik gelenkt und auch dazu geführt, dass Gelder zur Verfügung gestellt wurden. »Die Fortschritte sind sehr ermutigend, aber es gibt noch große Lücken zwischen und auch innerhalb einzelner Länder. Der Report unterstreicht, dass wir in unseren Anstrengungen nicht nachlassen dürfen, um auch den am meisten bedürftigen Menschen auf der Erde den Zugang zu Gesundheitseinrichtungen zu ermöglichen.«

 

Wohlbefinden für alle

 

Ging es bei den Milleniumszielen meist noch darum, das bloße Überleben der Menschen zu sichern, werden die neu zu formulierenden Ziele vermutlich weiter gefasst. Im Herbst sollen bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen neue Gesundheitsziele vereinbart werden, auf die bis zum Jahr 2030 hingearbeitet werden soll. Sie sollen laut WHO »ein gesundes Leben und Wohlbefinden für alle Menschen in allen Lebensaltern« sicherstellen.

 

Welche Herausforderungen dabei zu bewältigen sein werden, zeigen einzelne der jetzt veröffentlichten Statistiken: Zwei Drittel der globalen Todesfälle gehen mittlerweile auf das Konto nicht übertragbarer Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Diese Zahl könnte durch ein verstärktes Vorgehen gegen Rauchen und gegen Übergewicht reduziert werden. Denn mehr als ein Drittel der erwachsenen Männer raucht. 15 Prozent aller Frauen weltweit sind laut WHO adipös. Die Probleme verändern sich. Kleiner werden sie deshalb nicht. /

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