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Lieferengpässe

Noweda richtet Depot ein

17.05.2017
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Von Jennifer Evans / Der Pharmagroßhändler Noweda hat im Rahmen eines Pilotprojekts eine Lösung erarbeitet, um die Arzneimittel-Versorgung der Apotheken vor Ort und Patienten sicherzustellen. Demnach ist ein spezielles Depot für den Fall eines Engpasses eingerichtet worden. Das teilte das Unternehmen vergangene Woche mit.

Ausgangspunkt für das Projekt war die zunehmende Verunsicherung der Patienten, die ihre vom Arzt verschriebenen Präparate nicht bekommen konnten. Zudem habe sich der Aufwand bei der Beschaffung knapper Arzneimittel für Apotheken deutlich erhöht, heißt es.

 

Für das Vorhaben wählte der Großhändler das urologische Spasmolytikum Vesikur® von Astellas Pharma aus, das besonders häufig ins Ausland exportiert wird. Bedingt durch politische Sparmaßnahmen seien einige Medikamente hierzulande deutlich günstiger als im europäischen Ausland, so Noweda. Und wegen der herrschenden Warenverkehrsfreiheit in Europa führe dies verstärkt zu Exporten und damit zu Versorgungsengpässen. »Noweda ist jedoch nicht bereit, die Folgen dieser Politik für die Apotheken und ihre Patienten zu akzeptieren«, so der Vorstandsvorsitzende Michael Kuck.

 

Auch der Hersteller freut sich über den Vorstoß von Noweda. »Es ist uns wichtig, dass unsere Medikamente in Deutschland bei den Patienten ankommen, die das Arzneimittel dringend benötigen«, sagte der General Manager von Astellas Pharma Deutschland, Niek Stander.

 

Noweda-Angaben zufolge haben in der Pilotphase 340 Kunden der Essener Niederlassung teilgenommen. Mitgliedern und Kunden der Genossenschaft sei es demnach möglich gewesen, in dringenden Fällen auf ein Arzneimittel-Depot zuzugreifen. Damit sollte sichergestellt werden, dass jede Apotheke die erforderliche Ware zur Patientenversorgung erhält, so das Unternehmen. Die Auslieferung der entsprechenden Medikamente sei dann mit der nächstmöglichen Tour in die Apotheke erfolgt, die Abrechnung über die Monatssammelrechnung gelaufen.

 

Wie Noweda mitteilte, soll das Projekt auf ganz Deutschland ausgeweitet und die Zusammenarbeit auch mit anderen Herstellern anstrebt werden. »Es gibt für die Hersteller keinen Grund mehr, Apotheken für den Bezug knapper Arzneimittel auf das kostenträchtige und aufwendige Direktgeschäft zu verweisen«, betonte Kuck. /

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