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Adasuve und Zovirax Duo verfügbar

13.05.2013
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Von Sven Siebenand / Seit dem 15. Mai steht mit Loxapin (Adasuve®) erstmals ein nicht zu injizierendes Medikament zur schnellen Beherrschung leichter bis mittelschwerer Agitation auf dem deutschen Markt zur Verfügung. Es darf bei Patienten mit Schizophrenie oder bipolarer Störung zum Einsatz kommen, dies jedoch nur im Krankenhaus und unter Aufsicht von medizinischem Fachpersonal.

Loxapin wird inhaliert und wirkt innerhalb von Minuten. Als Anfangsdosis sind 9,1 mg empfohlen. Der Arzt kann – falls erforderlich – nach zwei Stunde eine zweite Dosis von 9,1 mg veranlassen. Unmittelbar nach der Kontrolle von akuten Agita­tionssymptomen sollten die Patienten mit ihrer Standardtherapie weiter­behandelt werden.

 

Da die Inhalation von Loxapin einen Bronchospasmus verursachen kann, muss immer ein kurz wirksames Betasympathomimetikum, etwa Salbut-amol, zur Hand sein, um die Atemwege wieder weitstellen zu können. Zudem müssen Patienten nach jeder Dosis eine Stunde auf Anzeichen oder Symptome eines Bronchospasmus überwacht werden. Bronchospasmen treten bei Patienten mit aktiven Atemwegserkrankungen gehäuft auf. Bei Patienten mit Symptomen wie Keuchen und Kurz­atmigkeit oder Lungenerkrankungen, wie Asthma oder chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD), ist der neue Wirkstoff kontraindiziert. Sehr häufig treten unter Loxapin-Therapie Geschmacksstörungen, Schwindel sowie Sedierung oder Somnolenz auf.

 

Es wird vermutet, dass die Wirksamkeit von Loxapin über einen hoch affinen Antagonismus von Dopamin-2- Rezeptoren und Serotonin-Rezeptoren vom Typ 5-HT2A vermittelt wird. Da diese beiden Neurotransmitter an der Agitiertheit bei Schizophrenie und bipolarer Störung beteiligt sind, hilft der neue Wirkstoff, die Gehirnaktivität zu normalisieren und dadurch die Agitiertheit zu reduzieren. Loxapin bindet zudem an noradrenerge, histaminerge und cholinerge Rezeptoren, was für die Wirkung ebenfalls eine Rolle spielen kann. 

 

Ebenfalls seit Mitte Mai ist eine neue Wirkstoffkombination aus 50 mg Aciclovir und 10 mg Hydrocortison (Zovirax® Duo) in Deutschland im Handel. Zugelassen ist die Creme für Patienten ab zwölf Jahren zur Behandlung früher Anzeichen und Symptome von Fieberblasen auf Lippen und Gesicht, um deren Fortschreiten zu offenen beziehungsweise eiternden Läsionen zu senken. Das verschreibungspflichtige Präparat sollte über fünf Tage fünfmal täglich aufgetragen werden. Patienten dürfen die Creme nicht auf die Schleimhäute, zum Beispiel des Auges oder Munds, der Nase oder der Genitalien, auftragen. / 

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