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Pharmaindustrie

Standort braucht Imagepolitur

13.05.2008  16:54 Uhr

Pharmaindustrie

Standort braucht Imagepolitur

Von Uta Grossmann

 

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) fordert die Bundesregierung zu einer gemeinsamen Initiative auf , um das Ansehen des Pharmastandorts Deutschland international zu heben. Eine Studie bestätigt, dass der Standort besser ist als sein Ruf.

 

Der VFA beauftragte Professor Dr. Thomas Straubhaar vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI), die Berliner Regierungspolitik zu untersuchen: Was haben zweieinhalb Jahre große Koalition dem Pharmastandort Deutschland gebracht? Die Studie ergab, dass der Pharmastandort im internationalen Vergleich seit 1990 vom dritten auf den fünften Rang zurückgefallen ist. Konkurrierende Länderwie Irland, Schweden, Belgien und Dänemark kamen hinzu. In Forschung und Entwicklung etablierten sich neben den Marktführern USA und Großbritannien die Schwellenländer Indien und Singapur.

 

Bei kommerziellen klinischen Studien steht Deutschland seit dem Vorjahr auf Platz eins in Europa, bei der Produktion biotechnologischer Arzneimittel weltweit auf dem zweiten Platz nach den USA.

 

Die Studie analysiert vorhandene Daten und integriert die Befragung von 23 Entscheidungsträgern aus Pharma- und Biotechunternehmen, Finanzinvestoren sowie von Vertretern aus Wissenschaftsorganisationen und einer Gewerkschaft. Sie ergab, dass Deutschland »ein guter Pharmastandort mit schlechter Ausstrahlung« ist, wie es VFA-Vorsitzender Dr. Wolfgang Plischke bei der Vorstellung der Studie in Berlin formulierte. Schuld sei die Überregulierung im Gesundheitssystem. Er forderte transparente und verlässliche politische Rahmenbedingungen.

 

Die verschiedenen Forschungsinitiativen, die Exzellenzförderung und die Unternehmenssteuerreform der großen Koalition gehen nach seiner Einschätzung in die richtige Richtung. Nun sei eine internationale Standortkampagne nötig, zu der er die Bundesregierung aufrief.

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