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»Zur Rose« reibt sich die Hände

15.05.2006
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Stada

»Zur Rose« reibt sich die Hände

von Thomas Bellartz und Patrick Hollstein, Berlin

 

Während zumindest die Stada Arzneimittel AG den Verkauf ihrer Helvepharm-Anteile noch nicht offiziell verkündet hat, freut sich die »Zur Rose« AG, dass sie nun die Anteile der Stada per Vorkaufsrecht übernehmen kann.

 

Wie bereits im Interview mit der PZ angekündigt, trennt sich die Stada nunmehr sehr zeitnah von ihren Anteilen an der schweizerischen Helvepharm. In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Unmutsäußerungen aus der Apothekerschaft gegeben. Da die übrigen Anteile an der Helvepharm von der schweizerischen Versandapotheke »Zur Rose« gehalten wurden, geriet auch die Stada in die Kritik. Das schwer vermittelbare Engagement wird man nun allem Anschein nach aufgeben.

 

Das zumindest verlautete jetzt aus der Schweiz am Rande der Verbreitung der »Zur Rose«-Bilanz. Helvepharm, der viertgrößte schweizerische Generikaproduzent, verdoppelte 2005 seinen Umsatz auf 6,8 Millionen Franken; mittelfristig will »Zur Rose« den Marktanteil auf 15 Prozent ausbauen. Insofern werde man das Vorkaufsrecht in jedem Fall ausüben, kündigte »Zur Rose«-Chef Walter Oberhänsli an: »Die deutschen Apotheker, die mächtig Druck auf Stada machten, haben uns damit wohl unbeabsichtigt gestärkt.«

 

Die schweizerische Versandapotheke »Zur Rose« hat im vergangenen Jahr ihren Umsatz um 8 Prozent auf 368 Millionen Schweizer Franken gesteigert. Der Gewinn lag mit 2,5 Millionen Franken jedoch auf Vorjahresniveau; hier macht »Zur Rose« die Investitionen in Halle verantwortlich. Der Direktversand legte von 50 auf 75 Millionen Franken zu. Der deutsche Beitrag zum Wachstum fiel im ersten Geschäftsjahr mit nur 13 Millionen Franken eher bescheiden aus. Oberhänsli wies darauf hin, dass sein Unternehmen bereits zu den Top 5 der Branche zählt, die derzeit 1,4 Prozent des deutschen Arzneimittelmarktes umfasse. Oberhänsli strebt einen Podestplatz im Medikamentenversand an, der seiner Meinung nach von derzeit 455 Millionen Euro bis 2008 auf ein Volumen von 2,5 Milliarden Euro anwachsen soll. Um sein Ziel zu erreichen, will Oberhänsli in Deutschland künftig mit einem großen Versandhaus zusammenarbeiten. Außerdem wollen die schweizerischen Versender von Halle aus künftig auch den polnischen Markt ins Visier nehmen.

 

Stada rechnet wegen des AVWG in Deutschland vorübergehend nur mit einer gebremsten Umsatzentwicklung. Ungeachtet der staatlichen Eingriffe gehe der Vorstand aber davon aus, den langjährigen Wachstumskurs fortsetzen zu können. Mit einem Umsatzanteil von 42,5 Prozent ist Deutschland der wichtigste Markt für das Unternehmen.

 

Im ersten Quartal stieg der Konzernumsatz im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres um 22 Prozent auf knapp 300 Millionen Euro und erreichte damit den höchsten Quartalswert der Unternehmensgeschichte. Der Konzerngewinn legte um 30 Prozent auf 22,1 Millionen Euro zu.

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